Sonntag, 23. Dezember 2018

Temperaturen steigen auch 2019 weiter an

Drei Jahre in Folge hatten zuletzt die weltweiten Temperaturrekorde gebrochen: 2014, 2015 und 2016 hatten sich gegenseitig überboten. 2017 legte dann zwar nicht noch einen drauf, schob sich aber auf den dritten Platz, noch vor 2014.

Das Jahr 2019 könnte noch heißer als das Jahr 2018 werden.
Das Jahr 2019 könnte noch heißer als das Jahr 2018 werden. - Foto: © shutterstock

Und der beunruhigende Trend hält an: Die durchschnittliche Temperatur über den Land- und Ozeanflächen unseres Planeten von Januar bis November habe um 0,77 Grad Celsius über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts von 14,1 Grad Celsius gelegen, teilte die US-Klimabehörde NOAA mit.

Damit werde 2018 wohl das viertheißeste Jahr seit Beginn der Messungen vor rund 140 Jahren.

Höchste Temperaturen seit Beginn kontinentaler Messungen

Fast überall auf der Welt war es 2018 wärmer als im Durchschnitt. Kälter war es nur in Teilen Nordkanadas und im Süden Grönlands, allerdings nicht rekordkalt. Rekordwarm war es beispielsweise über Teilen des Atlantiks, in Mitteleuropa, Asien und Neuseeland.

Die Temperaturen über der Landmasse Europas zwischen Januar und November 2018 waren sogar die höchsten dort seit Beginn der kontinentalen Messungen 1910 erfassten, mit 1,8 Grad Celsius über dem Durchschnitt. 

Klimatrends erregen Sorge

Etliche anhaltende globale Trends machen Meteorologen derzeit Sorgen: Dazu zählen die geringe Ausbreitung der Eisdecke in Arktis und Antarktis, extreme Wetterereignisse wie Dürren oder Wirbelstürme sowie der hohe Ausstoß von Treibhausgasen wie etwa Kohlendioxiod (CO2).

Den leicht abgeschwächten Aufwärtstrend bei den Temperaturen 2017 führen die NOAA-Forscher vor allem auf den Einfluss des Klimaphänomens La Niña zurück. Dieses hatte den vorausgegangenen El Niño abgelöst und bis etwa April das Oberflächenwasser im Ostpazifik gekühlt.

Jeder Erwärmungsgrad hat schwerwiegende Folgen

Für 2019 oder vielleicht sogar schon ab Ende 2018 sehen Forscher der zu den Vereinten Nationen gehörenden Weltwetterorganisation WMO allerdings die Möglichkeit einer Rückkehr von El Niño.
Das würde nichts Gutes für die Temperaturen 2019 bedeuten. „Wenn sich El Niño entwickelt, wird 2019 sehr wahrscheinlich wärmer als 2018“, heißt es im Jahresbericht der WMO.

Und das werde sich bemerkbar machen, sagt WMO-Generalsekretärin Elena Manaenkova. „Jeder Bruchteil eines Grades von Erwärmung verändert die menschliche Gesundheit, den Zugang zu Essen und Trinkwasser, das Aussterben von Tieren und Pflanzen bis hin zu den Korallenriffen und dem Leben im Meer.“

dpa

stol