Wenngleich sich der Winter richtig frech vorgedrängt hat, so darf man sich ab nächster Woche auf angenehmes Herbstwetter freuen.<BR /><BR />Irgendwann mal muss man wieder Kapuzenpulli und Jacke aus dem Schrank hervorholen, aber in diesen seltsamen Tagen dürften gar nicht wenige Zeitgenossen gleich mehrere Schichten Kleidung auf einmal bevorzugen, dazu vielerorts noch Handschuhe, Schal und Mütze. Der Grund ist ein Temperatursturz, der in „dieser Intensität eine Seltenheit darstellt“, wie Landesmeteorologe Dieter Peterlin feststellt.<BR /><BR /><b>Drastischer Temperatursturz von bis zu 18 Grad innerhalb einen Tages</b><BR /><BR />Besonders deutlich lässt sich dies anhand eines Temperaturvergleichs zwischen dem 11. September und dem darauffolgenden 12. September aufzeigen. Stellt man die Höchsttemperaturen dieser beiden Tage gegenüber, so fallen Unterschiede von 15 Grad Celsius und noch mehr innerhalb dieses einen Tages ins Auge. Überaus drastisch fiel der Temperatursturz dabei in Toblach und Sexten (von 18 auf 0 Grad Celsius) aus, aber auch in Bozen und im ansonsten milden Meran bibberte man bei maximal 11 Grad.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1072428_image" /></div> <BR /><BR />Peterlin erklärt die Ursache der plötzlichen Kälte: „Grund war die Kombination aus einem massiven Kaltluftvorstoß aus dem hohen Norden, vor wenigen Tagen lag die Luftmasse noch nahe Grönland. Und gleichzeitig bildete sich ein kräftiges Mittelmeertief, das besonders stark war, genährt von dem ungewöhnlich warmen Meereswasser.“<BR /><BR /><b>Böen bis zu 124 km/h in den Pfunderer Bergen</b><BR /><BR />Dazu pfiff einem der kalte Wind gehörig um die Ohren: Gestern wurden in Meran Windböen mit Spitzen von 65 km/h verzeichnet, ähnlich starke Böen gab es in Mühlen in Taufers mit 61 km/h, während in den Bergen auf der Dannelspitz oberhalb Pfunders gar eine Windgeschwindigkeit von 124 km/h gemessen wurde. Mit dem stärkeren Wind nahm auch der Schneefall im Bereich des Alpenhauptkamms zu. <BR /><BR /> Nordwind und Niederschläge haben Südtirol auch am Wochenende fest im Griff. Doch es winkt Wetterbesserung, wie Peterlin weiß: „Ab Sonntag und nächste Woche lässt der Wind langsam nach und die Temperaturen steigen wieder an. Als erstes im Süden, hier werden es 20 bis 24 Grad, im Norden setzt sich die mildere Luft dagegen etwas langsamer durch.“