In wenigen Tagen streift Terence Hill als Förster Toni durch die Wälder von Prags im Pustertal und findet im Polizisten Vincenzo einen hartnäckigen Widersacher. „Wir sind in Prags dem Himmel nahe“ Am Samstag ist Drehbeginn: Dann heißt es „Klappe auf“ für „Un passo dal cielo“ (Einen Schritt entfernt vom Himmel), eine Komödienserie mit zwölf Folgen zu jeweils 50 Minuten. Ursprünglich trug die Filmserie den Titel „L’Uomo dei Boschi“. „Da wir in Prags aber dem Himmel nahe sind, haben wir den Titel geändert“, erklärte Produzent Luca Bernabei von der Produktionsfirma „Lux Vide“ bei der heutigen Pressekonferenz im Garten des Bozner Hotels „Laurin“. Die Außenaufnahmen der Serie werden in Innichen gedreht. Nach vier Wochen übersiedelt das Filmteam nach Rom, um im September wieder für vier Wochen nach Südtirol zurückzukehren. Ab Frühjahr 2011 soll die Serie an sechs Abenden auf "Rai Uno" ausgestrahlt werden. „Die Muttersprache vergisst man nie“ Terence Hill weilt bereits seit zwei Wochen in Prags. Ganz leger zeigte er sich heute der Presse und lüftete seine mittlerweile obligatorisch gewordene Schirmmütze zum Gruß. „Als ich die ersten deutschen Wörter vernommen habe, fühlte ich mich hier bereits zu Hause. Die eigene Muttersprache vergisst man nämlich nie“, betonte der 71-Jährige, dessen Mutter eine Deutsche war. Er streife in jeder freien Minute durch die Wälder des Oberpustertals und genieße die Freiheit der Natur. „Ich bin ein Naturmensch. In Massachusetts habe ich in einer kleinen Hütte im Wald gelebt. Wenn immer es ging, habe ich mir - auch - nachts die Skier angeschnallt, um meine Runden zu drehen“, verriet Terence Hill, der mit gebürtigen Namen Mario Girotti heißt. „Keine kleine Herausforderung“ Die Rolle des melancholischen Försters, der direkt am Pragser Wildsee wohnt, gefalle ihm gut. Sein Reich sei der Pragser Naturpark rund um das kleine Dorf Innichen, wo er ein schmerzliches Geheimnis hütet und auf so manche Widersacher trifft (mehr Details zum Filminhalt gibt es hier).Allerdings warnte der große Westernheld davor, dass die Serie „Un passo dal cielo“ keine kleine Herausforderung sei. In einem Meer von Serien, die das Fernsehen heutzutage anbiete, gelte es sich nun zu behaupten, neue Persönlichkeiten und eine atemberaubende Landschaft dem Publikum näher zu bringen, gab der 71-Jährige zu bedenken. „Freue mich schon auf den Südtiroler Wein“ An der Seite von Terence Hill spielt Katia Riccarelli, ursprünglich im Gesang zu Hause. 1994 wurde sie in Wien zur Kammersängerin ernannt, in Italien trägt sie den Titel „Gran Ufficiale della Repubblica Italiana“. In der Serie „Un passo dal cielo“ spielt Riccarelli Assunta, die Schwester des Ex-Holzfällers Felicino, der als „Roccia“ die rechte Hand Tonis ist. Für Riccarelli ist es eine „Besonderheit in Prags zu drehen und als Schauspielerin neben Terence Hill vor die Kamera treten zu dürfen. "Endlich darf ich meine heitere Seite ausleben. Ich bin eine Frohnatur und das kann ich in der Serie zeigen“, freute sie sich. Auch sie fühlt sich in Südtirol bereits heimisch: „Ich hasse als Naturmensch das Großstadtleben. In meinem Haus in Bardolino bin ich mit der Natur stark verbunden. Und als ausgesprochene Weinliebhaberin freue ich mich bereits auf eure Tropfen“, versicherte Riccarelli. Warum Südtirol als Standort?Dass ausgerechnet das Oberpustertal zum Filmstandort für „Un passo dal Cielo“ wurde, sei kein Zufall, betonte Produzent Oldoini. Ihm habe bereits seit längerer Zeit ein Naturfilm vorgeschwebt. „Daher bin ich nach Norditalien gefahren und habe mir mehrere Ortschaften angeschaut. Als ich das Oberpustertal gesehen habe, wusste ich, dass wir uns hier niederlassen müssen. Ein einzigartiger Ort“, so Bernabei, für den neben der landschaftlichen Schönheit vor allem auch die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Südtiroler ausschlaggebend waren. Business Location Südtirol unterstützt den Film Ein Grund mehr dürfte auch die Filmförderung gewesen sein, die das Land bzw. die Landesgesellschaft „Business Location Südtirol“ (BLS) der Produktionsfirma „Lux Vide“ zur Verfügung stellt. Mit „Un passo dal cielo“ feiert die Gesellschaft, die 2009 aus der Taufe gehoben wurde, sozusagen ihre Premiere in der Vermarkung Südtirols als Filmstandort. Die BLS präsentiert sich als Kompetenzzentrum für die Betreuung von TV- und Filmprojekten und gibt aktive Unterstützung bei Drehvorhaben. Ulrich Stofner sieht mit der Terence Hill-Produktion bereits einen „großen Mehrwert, einen regionalen Effekt“ für Südtirol. „Unsere Landschaft wird einem Millionenpublikum nähergebracht“, betonte Stofner, Direktor der BLS. Er verwies außerdem darauf, dass mit dem Filmstandort Südtirol neue Arbeitsplätze entstehen. „Ich hoffe, dass sie sich in Südtirol verlieben“ Auch Tourismuslandesrat Thomas Widmann, der sich auf der Pressekonferenz als großer Terence Hill-Fan outete, zeigte sich sehr erfreut „so große Stars in Südtirol begrüßen zu dürfen.“ Südtirol lebe vom Tourismus, dieser Film sei eine einzigartige Chance für das Land. „Ich hoffe, dass sich das Filmteam in Südtirol verliebt und für weitere Produktionen zu uns kommt“, betonte Widmann abschließend. Johanna Gasser