Weil der heurige Faschingsumzug in Terlan gerade im 50. Jahr coronabedingt ausfallen muss, haben sich die Organisatoren etwas Originelles einfallen gelassen. Sie produzieren einen Jubiläumsfilm, an dessen Kosten sich jeder Private und jede Firma mit dem Kauf einer Filmrolle beteiligen können. Alle Förderer werden dann verewigt!<BR /><BR /><BR /><i>von Benno Zöggeler</i><BR /><BR />Blenden wir zurück: Ernst Dorigatti wohnte und arbeitete 1970 in Meran. Seine Ankündigung an die Kollegen, dass er 1971 nach Terlan übersiedeln würde, ließ sie einiges aushecken. Dorigatti fuhr nämlich mit dem Zug von Meran nach Terlan. <BR /><BR />Einige seiner Freunde hatten heimlich seinen Zugwaggon in Gargazon mit 20 leeren Koffern beladen. In Terlan angekommen, wollte der erschrockene Ernst Dorigatti in Anbetracht der vielen Wartenden den Zug nicht verlassen, doch das ging natürlich nicht: Oswald Höller, Gottfried Geier, Johann Höller, Siegfried Höller, Oskar Prister, Hiasl Geier, Walter Geier, Gottlieb Kofler, Hubert Höller und der inzwischen verstorbene Hiasl Neuhauser warteten bereits auf den Heimkehrer mit einem Leiterwagen für eine Dorfrundfahrt. Dies war ausgerechnet am Faschingsdienstag 1971. Da sehr viele Zuschauer waren, kam 1972 der Vorschlag zum alljährlichen Faschingsumzug mit dem fröhlichen Gruß „Pansele Pansele“ auf. <BR /><BR /><b>Jubiläen werden gefeiert</b><BR /><BR />All die Gründer des Terlaner Karnevals und auch der ehemalige Faschingspräsident Robert Müller bekamen bereits 40 Jahre danach, also 2011, vom Vorsitzenden Sigmar Stocker, aber auch vom stellvertretenden Komitee-Vorsitzenden Albert Walcher und vom damaligen Terlaner Bürgermeister Klaus Runer eine Ehrung mittels eines Weinglases mit eingraviertem Faschingslogo. Die „Pansele-Pansele-Musig“ war auch dabei. Die Ratsherren mit schwarzen Zylindern gestalteten damals den Gottesdienst in der Terlaner Pfarrkirche mit und gedachten besonders der bereits verstorbenen Terlaner Faschings-Organisatoren der vergangenen 40 Jahre.<BR /><BR /> Zudem gab es vor 10 Jahren auch eine interessante Ausstellung im Raiffeisensaal. Da waren unter anderem auch Zeitungsberichte aus den „Dolomiten“ über den Umzug ausgestellt. Auch alte Faschingsaufnahmen von Oswald Höller wurden gezeigt.<BR /><BR /><b>Turbulentes aus 50 Jahren</b><BR /><BR />Zum heurigen 50.-Jahr soll ein Jubiläumsfilm entstehen, der auf die Anfänge von 1971 zurückgeht und alle turbulenten Höhepunkte der vergangenen 50 Jahre dokumentarisch festhalten wird. Weil das Herstellen eines solchen Streifens mit einigen Kosten verbunden ist, rufen die närrischen Filmemacher Firmen und Privatpersonen auf, Filmrollen zu kaufen, die es als kleine Rolle à 10 Euro, mittlere zu 50 Euro und große Filmrolle für 100 Euro gibt. <BR /><BR />Das Terlaner Faschingskomitee betont, dass alle Spender im Film und sogar in einem Ehrenbuch für die nächsten 50 Jahre verewigt werden – „Danke im voraus und Pansele, Pansele!“, schreibt das Faschingskomitee. <BR /><BR />Es ist zwar betrüblich, dass der große Faschingsumzug gerade im heurigen Jubiläumsjahr coronabedingt nicht stattfinden kann. „Dafür fehlen die Voraussetzungen “, sagt Alex Puska von der Gemeinde. Umsomehr freuen sich alle Terlaner Närrinnen und Narren sowie die Ratsherren, dass das heurige 50-Jahr-Jubiläum zumindest filmisch begangen werden kann.