Sonntag, 22. November 2015

Terror in Europa: Was weiterhin unklar bleibt

In Frankreich, Belgien und Deutschland laufen nach der Terrorserie von Paris die Ermittlungen. Wie viele Täter beteiligt waren und wie viele noch auf freiem Fuß sind, bleibt unklar.

Foto: © APA/AFP

PARIS:

  • Der mutmaßliche Organisator der Attentate in Paris, Abdelhamid Abaaoud, ist am Mittwoch beim Polizeieinsatz im Vorort Saint-Denis getötet worden. Ob der 28-Jährige einer der Attentäter war oder welche genaue Rolle er hatte, ist unklar.
  • Offen ist, wie viele Terroristen und Komplizen es insgesamt gab – und damit auch, wie viele Täter noch auf freiem Fuß sind.
  • Einer der getöteten Attentäter vom 13. November sowie der in der attackierten Wohnung von Saint-Denis getötete Mann sind noch nicht identifiziert.
  • Mindestens ein Terrorverdächtiger ist auf der Flucht: Der 26-jährige Salah Abdeslam, ein Bruder eines der Selbstmordattentäter, wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Er war vor rund zwei Monaten in Deutschland und Österreich. Dabei soll er von zwei Männern begleitet worden sein.

BRÜSSEL:

  • Die Brüsseler Polizei sucht mit Hochdruck nach zwei potenziellen Terroristen, die in der belgischen Hauptstadt Anschläge geplant haben sollen. Einer davon ist Salah Abdeslam, der aus dem Stadtteil Molenbeek stammt.
  • Wie viele Komplizen der Pariser Attentäter sich noch in Belgien aufhalten, ist unbekannt. Gegen drei Verdächtige wurde Haftbefehl erlassen, darunter Mohammed Amri und Hamza Attouh, die Salah Abdeslam von Paris nach Brüssel gefahren haben sollen. Aufgrund der Aussage von Attouh, Salah sei „sehr gefährlich und ganz schön wütend“, ist die Polizei in Alarmbereitschaft.

HANNOVER:

  • Nach der Absage des Länderspiels Deutschland – Niederlande wegen Terrorgefahr gibt es noch keine Klarheit darüber, ob eine Gruppe einen Anschlag geplant hat. Sicherheitskreisen zufolge muss weiter ermittelt werden.
  • Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtete hingegen, der französische Geheimdienst habe dem deutschen Verfassungsschutz mitgeteilt, eine Terroristengruppe wolle fünf Bomben an verschiedenen Orten in der niedersächsischen Hauptstadt zünden.
  • Nach einem Bericht des ZDF haben die Sicherheitsbehörden keine Hinweise, dass tatsächlich eine Terrorzelle mit Anschlagsplänen in Hannover existiert.

apa/dpa

stol