Donnerstag, 08. September 2016

Terrordrohung könnte Nordtiroler Buben teuer zu stehen kommen

Die Anschlagsdrohung zweier Jugendlicher gegen ein Leipziger Hotel könnte für sie sehr teuer werden. Ihren Eltern drohen Rechnungen von über 100.000 Euro. Das Telefonat hatte einen aufwändigen Polizeieinsatz ausgelöst.

Die Terrordrohung zweier Nordtiroler Buben gegen das Leipziger Luxushotel "Fürstenhof" hat einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst.
Die Terrordrohung zweier Nordtiroler Buben gegen das Leipziger Luxushotel "Fürstenhof" hat einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. - Foto: © APA

Zwar seien die tatsächlichen Kosten des Polizeieinsatzes vom Dienstag noch nicht berechnet, die Summe könnte aber in den sechsstelligen Bereich gehen, sagte ein Sprecher der Leipziger Polizei am Mittwoch. Zunächst hatte die „Leipziger Volkszeitung“ berichtet.

Am Dienstag war bereits angekündigt worden, die Kosten könnten auf die Verursacher des Einsatzes umgelegt werden. Dies sei auch als Warnung an Nachahmer gedacht.

In gebrochenem Deutsch hatte ein männlicher Anrufer gegen 2.50 Uhr in der Nacht auf Dienstag mit der Sprengung des Hotels gedroht. Nach dem Anruf hatte die Polizei mit mehr als 100 Beamten und Sprengstoffspürhunden das Luxushotel "Fürstenhof" in Leipzig abgeriegelt und durchsucht (STOL hat berichtet). Auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera kam zum Einsatz.

Geständige Anrufer innerhalb weniger Stunden ausgeforscht

Da der Anruf einer Handynummer aus Nordtirol zugeordnet werden konnte, nahmen die deutschen Ermittler Kontakt zu ihren österreichischen Kollegen auf. Bereits am Vormittag konnten die beiden jugendlichen Nordtiroler ausgeforscht werden. 

Wie sich herausstellte, hatten zwei 13 und 15 Jahre alte Buben bei mehreren Hotels angerufen und Terrordrohungen ausgesprochen. Nach anfänglichem Leugnen zeigten sich die beiden geständig. Sie gaben zu, zusätzlich zu den Drohanrufen mehrfach Hotelzimmer in Österreich und Deutschland auf frei erfundene Namen gebucht zu haben.

Laut ORF Tirol wird der 15-jährige Beschuldigte bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck auf freiem Fuß angezeigt. Zudem wird der Jugendwohlfahrt ein Bericht über das Handeln der Minderjährigen vorgelegt.

dpa

stol