Das Verkehrsministerium in Rom spricht von einem Akt „schwerer Sabotage“ und fordert drakonische Strafen für die Täter. <BR /><BR />Sobald die Verantwortlichen identifiziert seien, werde das Ministerium Schadenersatz für die verursachten Millionenschäden verlangen, hieß es. Man sei bereit, entschlossen zu handeln, um solchen „inakzeptablen Taten von äußerster Schwere“ ein Ende zu setzen. <BR /><BR />Die Sabotageakte hatten am Samstag sowohl im Hochgeschwindigkeits- als auch im Regionalverkehr zu Verspätungen von bis zu zweieinhalb Stunden geführt. Die Bahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS) sah sich zeitweise gezwungen, den Bahnhof Bologna zu schließen. <BR /><BR />Die italienische Polizei berichtete von mehreren Vorfällen an unterschiedlichen Orten. So waren zwei Sprengsätze an einer strategisch wichtigen Stelle am Eisenbahnknoten von Bologna platziert worden. Einer der beiden Sprengsätze war bereits früh morgens explodiert, der andere nicht. Beide Sprengsätze, die Medienberichten zufolge selbstgebaut und nicht militärischer Herkunft sind, befanden sich in der Nähe von Kabelschächten, die für den Zugverkehr und die Geschwindigkeitsmessung unverzichtbar sind. <BR /><BR />Aufgrund der Vorgehensweise und der Art der Tat gehen die Antiterror-Ermittler stark davon aus, dass es sich um eine Aktion aus dem anarchistischen Umfeld handelt. Zudem wird ein Zusammenhang mit einer weiteren Sabotage vom selben Tag geprüft: Nahe eines Bahnhofs auf der Strecke Rimini–Ancona war ein Schaltkasten durch einen Sprengsatz in Brand gesetzt worden. Die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Taten sind deutlich.<BR /><BR />Ein Bekennerschreiben lag bis gestern nicht vor. Deshalb ist noch unklar, in welchem Zusammenhang die Taten stehen. Eine mögliche Erklärung ist, dass es sich um eine Protestaktion gegen die Olympischen Spiele handelt – ähnlich wie 2024 zum Auftakt der Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris, als Saboteure das französische TGV-Netz ins Chaos gestürzt hatten.<h3>Krawalle in Mailand</h3>Dass die Olympischen Spiele in Italien nicht nur friedliebende Fans haben, bewiesen auch die Ausschreitungen am Samstag: Bei einer Demonstration gegen das Sportgroßereignis, an der tausende Menschen teilnahmen, kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Einige Teilnehmer hatten Feuerwerkskörper gezündet und warfen Steine auf die Einsatzkräfte. Die Polizei trieb die Menge mit Wasserwerfern auseinander. Sechs Personen wurden daraufhin festgenommen. <BR /><BR />Meloni brandmarkte die Auslöser der Gewalt als „Feinde Italiens“. „Tausende und Abertausende Italiener arbeiten in diesen Stunden, damit während der Olympischen Spiele alles reibungslos funktioniert. Sehr viele tun dies ehrenamtlich, weil sie wollen, dass ihr Land eine gute Figur macht, bewundert und respektiert wird. Und dann gibt es sie: die Feinde Italiens und der Italiener, die gegen die Olympischen Spiele demonstrieren“, schrieb Meloni erbost auf ihren Social-Media-Kanälen.