Des Weiteren wird ihm zur Last gelegt: Herstellung und Einsatz von Sprengsätzen; illegaler Waffenbesitz; schwere Sachbeschädigung und Besitz und Verbreitung kinderpornografischen Materials.<h3> Extremistische Verbindungen und geplante Terrorakte</h3>Die Ermittlungen begannen nach einer ersten Informationsauswertung durch die DIGOS, woraufhin eine Hausdurchsuchung in der Wohnung des Jugendlichen durchgeführt wurde. <BR /><BR />Dabei wurden 2 Computer, ein Smartphone sowie eine Axt sichergestellt. Zudem fanden die Ermittler eindeutige Beweise für seine Mitgliedschaft in einer satanistischen und neonazistischen, suprematistischen Gruppierung.<h3> Eine „Woche des Terrors“ geplant</h3>Der Jugendliche war Teil einer rechtsextremen Organisation und sehr aktiv auf mehreren Telegram-Kanälen. Insbesondere plante die Gruppe eine terroristische Aktion während der sogenannten „Woche des Terrors“. <h3> Opfer unter schutzlosen Personen auswählen</h3>Konkret sollten die Mitglieder ein Opfer unter besonders schutzlosen Personen auswählen, die Tat auf Video aufzeichnen und das Material anschließend auf einer russischen Dark-Web-Plattform veröffentlichen.<BR /><BR />Die Ermittlungen ergaben, dass der 15-Jährige aktiv an der Umsetzung dieses Plans beteiligt war. Er hatte die Symbole der Gruppe an Wänden und Fahrzeugen in der Nähe einer Sportanlage in der Provinz Bozen angebracht – dem Ort, an dem der geplante Mord stattfinden sollte.<h3> Sprengstoff-Experimente und Internet-Recherchen</h3>Der Jugendliche hatte mindestens einen selbstgebauten Sprengsatz getestet, während er sich dabei filmte. Zudem hatte er sich intensiv über Sprengstoffe informiert und entsprechende Materialien online gekauft. Er erklärte sich bereit, den Terroranschlag durchzuführen.<h3> „Ich habe die Polizei an der Tür“</h3>Nur das rechtzeitige Eingreifen der DIGOS und die anschließende Hausdurchsuchung verhinderten die Umsetzung des Plans. Kurz bevor die Antiterror-Beamten eindrangen, schickte der 15-Jährige eine letzte Nachricht an seine Gruppenchats mit den Worten: „I have the fed on the door“ („Ich habe die Polizei an der Tür“).<BR /><BR />In den letzten Tagen hatte sich die Aktivität der extremistischen Gruppierung verlangsamt, nachdem in Großbritannien ein führendes Mitglied festgenommen worden war. Dieser hatte versucht, sich einem Obdachlosenlager zu nähern, um es zu zerstören.<h3> Schockierende Funde auf dem Smartphone des Jugendlichen</h3>Eine erste Analyse der Daten auf dem beschlagnahmten Smartphone ergab eine verstörende Sammlung von Bildern und Videos. Darunter befanden sich Aufnahmen von Angriffen, Morden und Schulmassakern sowie kinderpornografisches Material. Zudem speicherte das Gerät Videos extremistischer islamischer Gruppen, darunter Propagandamaterial des Islamischen Staates, Enthauptungen und Anleitungen zur Herstellung von Sprengstoff.<BR /><BR />Besonders besorgniserregend waren auch die Internet-Recherchen des Jugendlichen. Diese wurden teilweise mit Hilfe von KI-gestützten Suchmaschinen durchgeführt und befassten sich mit dem emotionalen Zustand von Terroristen während Gewalttaten sowie mit der Schmerzempfindung von Selbstmordattentätern beim „Märtyrertod“ durch Sprengstoff.<BR /><BR />Zudem verfügte der Jugendliche über fundierte Kenntnisse im Bereich Kryptowährungen und besaß ein eigenes Bitcoin-Wallet.<h3> Weitere Ermittlungen laufen</h3>Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der 15-Jährige in das Jugendgefängnis von Treviso gebracht. Er steht der Staatsanwaltschaft am Jugendgericht von Bozen zur Verfügung.<BR />Die Ermittlungen von DIGOS und der Justizbehörden konzentrieren sich nun darauf, das gesamte Netzwerk des Jugendlichen aufzudecken und mögliche Komplizen zu identifizieren.<BR /><BR />„Dieser Fall ist aus mehreren Gründen äußerst besorgniserregend“, erklärte Paolo Sartori, Quästor der Autonomen Provinz Bozen. „Zum einen wegen des jungen Alters des Verdächtigen, zum anderen wegen seiner Verbindungen zu extremistischen und terroristischen Kreisen auf internationaler Ebene. Vor allem aber, weil konkrete Pläne für terroristische Anschläge und Morde bestanden, die er und seine Mitstreiter tatsächlich umsetzen wollten.“<BR /><BR />Die Ermittlungen sollen nun auch die Größe des Netzwerks und die Identität weiterer Beteiligter klären.