Freitag, 27. Dezember 2019

Terrormiliz gibt Tötung von 11 Geiseln per Video bekannt

In Nigeria haben mutmaßlich radikale Islamisten per Video die Tötung von 11 ihrer Geiseln als Rache für den Tod von IS-Anführer Abu Bakr Al-Bagdadi bekanntgegeben.

Die ISWAP        hatte am Vortag per Video die Hinrichtung der überwiegend christlichen Opfer gezeigt. (Schmuckbild)
Die ISWAP hatte am Vortag per Video die Hinrichtung der überwiegend christlichen Opfer gezeigt. (Schmuckbild)

Die Regierung des westafrikanischen Staates äußerte sich am Freitagabend geschockt über die Hinrichtung unschuldiger Geiseln „durch gottlose Banden von Massenmördern“, die den Islam durch ihre Barbarei in Verruf brächten.

Präsident Muhammadu Buhari rief die aus Christen und Muslimen bestehende Bevölkerung auf, sich nicht spalten zu lassen. „Diese Agenten der Finsternis sind Feinde unserer gemeinsamen Humanität, und sie lassen kein Opfer aus – ob es sich dabei um Muslime oder Christen handelt“, betonte er.

Der Westafrika-Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die ISWAP, hatte am Vortag per Video die Hinrichtung der überwiegend christlichen Opfer gezeigt. Einigen wurde die Kehle durchgeschnitten, andere wurden erschossen.

Die USA hatten Ende Oktober den Tod von IS-Anführer Al-Bagdadi bekanntgegeben; er hatte sich selbst in die Luft gesprengt, als eine Spezialeinheit des US-Militärs ein Haus in Nordsyrien stürmte, in dem er sich aufhielt.

ISWAP hatte sich von der nigerianischen Terrormiliz Boko Haram abgespalten. Der IS-Ableger sowie etliche weitere islamistische Terrorgruppen sind in der Sahelzone – einem Gebiet südlich der Sahara, das sich vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt – aktiv. Sie sind nur schwer zu bekämpfen und verüben immer wieder Anschläge im Niger, in Burkina Faso, in Kamerun und in Mali. Dort bemüht sich eine UN-Mission um Stabilität, daran sind auch rund 1000 Bundeswehrsoldaten beteiligt.

dpa