Die Zukunft des Tertiarklosters bleibt eines der meistdiskutierten Themen in Kaltern. Nachdem bekannt geworden war, dass die Südtiroler Vinzenzgemeinschaft Interesse am Kauf des geschichtsträchtigen Gebäudes hat, hatte die Nachricht in der Gemeinde für erhebliche Aufregung gesorgt. Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte damals die Reaktion von Bürgermeister Christoph Pillon und der SVP, die sich überrascht über die Entwicklung zeigten und kritisierten, nicht in die Verhandlungen eingebunden worden zu sein. Diese Darstellung erwies sich jedoch schon bald als nicht ganz zutreffend.<BR /><BR />Nun unternimmt die Gemeindeverwaltung jedenfalls einen neuen Anlauf, um die weitere Entwicklung aktiv mitzugestalten. Mit einem Beschlussantrag hat sich der Gemeindeausschuss gestern den Fahrschein für weitere Gespräche und Verhandlungen geholt. Nun soll sowohl mit den Tertiarschwestern als Eigentümerinnen als auch mit der Südtiroler Vinzenzgemeinschaft als potenzieller Käuferin über eine künftige Nutzung gesprochen werden, die auch den Vorstellungen der Gemeinde entspricht. Sollte man dabei auf keinen gemeinsamen Nenner kommen, hat die Verwaltung im Antrag einen Plan B vorgesehen. Nachdem die Vinzenzgemeinschaft derzeit noch über keinen rechtsgültigen Vorkaufsvertrag verfügt, möchte Kaltern selbst das ihm – aufgrund des bestehenden Denkmalschutzes – zustehende Vorkaufsrecht ausüben.<BR /><BR />Ein solcher Schritt wäre allerdings mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden. Um einen Ankauf stemmen zu können, müssten andere bereits geplante Vorhaben zurückgestellt werden. Dies würde aber angesichts der einmaligen Chance, die sich der Gemeinde mit dem Ankauf erschließen würde, auf alle Fälle gerechtfertigt sein. In ein finanzielles Abenteuer wolle man sich aber nicht stürzen, betonte die zuständige Referentin Kathrin Florian während der Debatte.<BR /><BR />Noch offen ist auch, welche konkrete Nutzung das weitläufige Gebäude künftig erhalten könnte. Einig ist man sich derzeit lediglich darin, dass das ehemalige Kloster weiterhin einem sozialen Zweck dienen soll. Weder zu den möglichen Kosten eines Ankaufs noch zu den Ausgaben für eine spätere Sanierung oder Umgestaltung wollte sich die Gemeindeverwaltung zum jetzigen Zeitpunkt festlegen. Am Ende wurde der Beschluss mit elf Ja-Stimmen bei sechs Enthaltungen angenommen. Damit ist der Weg für weitere Gespräche geebnet, die über die Zukunft eines der markantesten Gebäude Kalterns entscheiden könnten.<BR /><BR />Abgelehnt wurde indes ein zum selben Thema eingebrachter Beschlussantrag der Gemeinderatsmitglieder Dietmar Zwerger und Walter Bernard von der Liste „Bündnis Kaltern“. Dort war der Schwerpunkt auf die künftige Nutzung des Klosters für einheimische Familien gelegt. Diese Formulierung fehlt im Antrag der Mehrheit. „Ganz bewusst“, wie die Mehrheit im Rat erklärte.