Donnerstag, 17. Dezember 2020

Testaktion in Seniorenwohnheimen läuft an

Am heutigen Donnerstag hat die Testaktion in den 76 Südtiroler Seniorenwohnheimen begonnen.

Die Landesräte Deeg und Widmann haben heute die Details zur Testreihe in den Seniorenwohnheimen Südtirols vorgestellt.
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Die Landesräte Deeg und Widmann haben heute die Details zur Testreihe in den Seniorenwohnheimen Südtirols vorgestellt. - Foto: © LPA/Greta Stuefer
„Dieses Screening ist eine der Strategien, mit denen wir die Heime auf ihrem Weg zur Eindämmung des Coronavirus unterstützen wollen“, betonte Soziallandesrätin Waltraud Deeg im Rahmen der Pressekonferenz zur Vorstellung dieser Aktion.

Auch Gesundheitslandesrat Thomas Widmann ist vom Screening in den Seniorenwohnheimen und dessen Wirksamkeit überzeugt: „Mit dieser Momentaufnahme aus den Seniorenwohnheimen, die wir italienweit als erste durchführen, wollen wir diese besonders fragile Bevölkerungsgruppe schützen.“

Infektionsgeschehen in Heimen flacht ab

Von den 76 Seniorenwohnheimen gibt es derzeit in 29 Heimen insgesamt 259 positiv getestete Heimbewohnerinnen und Heimbewohner; hinzu kommen weitere 75 Heimbewohner, die jedoch derzeit in einer Einrichtung außerhalb des Heimes untergebracht sind. Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden derzeit 225 Coronainfektionen verzeichnet.

Landesrätin Deeg ergänzte, dass der bisherige Höhepunkt der zweiten Welle in den Seniorenwohnheimen Anfang Dezember verzeichnet wurde, seitdem befänden sich die Infektionsahlen sowohl bei den Heimbewohnern, als auch bei den Mitarbeiten im Sinken. Pflegeheime seien keine Infektionsabteilungen, weshalb das Virus von außen in die Heime gelangen könne. Beim Infektionsgeschehen sei daher die Infektionslage rund um die Heime, sprich in den Gemeinden, von großer Bedeutung.



Die Landesrätin hob zudem hervor: „Auch in der Pandemie halten wir die Pflegestandards hoch, reduzieren keine Pflegezugänge. Wir wollen garantieren, dass die Seniorinnen und Senioren gut begleitet werden. Die Menschen, die in diesen Heimen arbeiten, geben alles, damit eine gute Pflege und Begleitung gesichert ist.“ Gerade deshalb sei es wichtig, sofort einen Überblick über das Geschehen zu bekommen.

Bereits in den vergangenen Monaten seien präventiv viele Antigentests durchgeführt worden, um ein zeitnahes und umfassendes Bild von der Lage vor Ort zu erhalten. Seit der ersten Welle im März habe man, auch in guter Zusammenarbeit mit dem Gesundheitswesen, ein umfassendes internes Monitoringsystem und einen drei Phasen-Strategieplan aufgebaut. Das nun gestartete Screening füge sich darin gut ein und trage dazu bei den Heimen aktiv zur Seite stehen zu können.

Screening verschafft Überblick – 3 Testungen

Die Kooperation, die es bereits in der ersten Welle gegeben habe, kam auch bei der Organisation der aktuellen Testreihe in den Seniorenwohnheimen zum Tragen. „Bei der Bekämpfung des Virus sind zwei Säulen wesentlich: Die medizinische Versorgung und die Prävention und hier im Besonderen das Testen. Nach dem landesweiten Massentest, folgt nun das Südtirol Monitoring mit dem Testen bestimmter Gruppen“, betonte Gesundheitslandesrat Thomas Widmann.

Eine weitere Maßnahme ist das Screening in den Seniorenwohnheimen, in denen die Testreihe startet. Dabei werden in den 46 Heimen, die derzeit keine aktiven Coronafälle haben, zunächst bei allen Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern sowie bei den Mitarbeitenden ein PCR-Test abgenommen, 72 Stunden später folgt ein erster Antigentest und 72 Stunden darauf ein zweiter.

Ausgenommen von der Testung sind lediglich Bewohner oder Mitarbeiter, die im vergangenen Monat bereits positiv auf das Virus getestet wurden. Bei jenen 30 Heimen, in denen es momentan aktive Infektionen gibt, wird hingegen drei Mal ein Antigentest (jeweils im Abstand von 72 Stunden) vorgenommen.


„Das dreimalige Testen erhöht ganz wesentlich die Chance, dass man damit effektiv alle Positiven erfasst“, unterstrich Landesrat Widmann. Damit sei auch ein schnelleres Eingrenzen von Infektionsherden und das Ergreifen von Gegenmaßnahmen möglich. Diese Momentaufnahme sei, gerade im Hinblick auf die kommenden Weihnachtsfeiertage, ein wichtiger Schritt, fasste Landesrätin Deeg zusammen.

lpa/stol

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