Montag, 02. November 2020

Testpanne: Lange Leitung zu Hygienedienst

Der Antigen-Schnelltest beim Hausarzt war positiv und trotzdem kam kein Anruf vom Hygienedienst für einen Termin für einen klärenden PCR-Test. So erging es in den vergangenen 2 Wochen vielen Südtirolerinnen und Südtirolern.

Antigen-Schnelltests wurden zuletzt vermehrt von Hausärzten durchgeführt (Symbolfoto).
Badge Local
Antigen-Schnelltests wurden zuletzt vermehrt von Hausärzten durchgeführt (Symbolfoto). - Foto: © shutterstock
Kein Ruhmesblatt für den Sanitätsbetrieb und seine telematischen Informationsflüsse: Wie am Wochenende bekannt wurde, wurden die Mitteilungen von Hausärzten, die in den vergangenen 2 Wochen positive Antigen-Schnelltests ihrer Patienten an den Sanitätsbetrieb geschickt haben, nicht automatisch mit einem Dringlichkeitshinweis für den klärenden PCR-Test an den Hygienedienst weitergeleitet.

Bis zum 31. Oktober hatten die Hausärzte in den 2 Wochen zuvor 1261 Personen mit positivem Ergebnis über die entsprechende Web-Applikation „korrekt“ an den Hygienedienst gemeldet, um mit erhöhter Priorität PCR-Tests zu organisieren. Aber dazu hätte ein Hausarzt eine zweite, separate Meldung für den PCR-Abstrich machen müssen. Genau dies sei den Hausärzten erst in einer Mail vom 30. Oktober mitgeteilt worden. Bei der Meldung eines Positiven musste der Hausarzt also doppelt moppeln. St. Bürokratius lässt grüßen, in Zeiten, in denen Hausärzte und Hygienedienst ohnehin rotieren, um Infizierte aus dem Verkehr zu ziehen.

Erst im Zuge der Task Force-Sitzung vom vergangenen Freitag erklärte Dr. Michele Balsamo vom Departement für Prävention, dass der Hygienedienst die positiven Schnelltest-Meldungen der Hausärzte nicht einsieht, weil sie keinen dringenden Hinweis enthalten. Also müsste der epidemiologische Dienst das gesamte Archiv an Mitteilungen durchstöbern.

„Kein Automatismus“

Generaldirektor Florian Zerzer weiß um die für den Sanitätsbetrieb peinliche Geschichte. Er unterstreicht den Umstand, dass die Hausärzte über ein zweites Mitteilungsfenster für den positiv Getesteten einen PCR-Test hätten anfordern müssen.

„Automatismus gab es da keinen. Aber die zuständige Abteilung hat bereits reagiert und künftig, das heißt ab Montag, kann in die gleiche Maske neben der Meldung des Positiven auch die Anforderung eines PCR-Tests eingegeben werden. Und was die bisherigen Mitteilungen anlangt, wurden die beiden Datenbanken bereits übereinander gelegt und alle positiv gemeldeten Personen herausgefiltert. Zudem wurde bereits für alle Positiven ein PCR-Test programmiert. Alles wurde bereits aufgearbeitet“, beruhigt Generaldirektor Zerzer.

lu

Schlagwörter: