Mittwoch, 29. Juli 2020

Teurer „Gast“: Soviel Geld hat Problembär M49 schon gekostet

Die Liste der von M49 begangenen Taten liest sich beinahe wie der Strafregisterauszug eines Serientäters: Mord an Weidevieh, Plünderung von Bienenstöcken, versuchter Einbruch in Almen, Ställe und Wohngebäude. Allein für Schäden, die M49 angerichtet hat, musste die öffentliche Hand im Vorjahr über 45.000 Euro zahlen. Dies sind aber nur ein geringer Teil der Kosten, die der Bär dem Trentino – aber auch Südtirol – bislang verursacht hat.

Problembär M49 ist erneut aus dem Gehege von Casteller ausgebüxt.
Problembär M49 ist erneut aus dem Gehege von Casteller ausgebüxt. - Foto: © ANSA / PROVINCIA AUTONOMA TRENTO
Bis zu einem Dutzend Südtiroler Forstbeamte und Beamte des Amtes für Jagd und Fischerei hatten sich im Vorjahr auf die Suche nach dem Problembären gemacht, der damals durch das Gebiet um das Weißhorn streifte.

Das Tier einzufangen, ist schlussendlich nicht gelungen, wenngleich nur knapp. Klar in Euro beziffern lasse sich dieser Einsatz nur schwerlich, zumal die Förster nicht rein nur für den Bären, sondern auch für andere Dienste ausgerückt waren, heißt es von offizieller Seite.

Die Schäden, die alle Bären zusammen genommen auf Südtiroler Gebiet angerichtet haben, erscheinen jedenfalls – im Vergleich zu jenen im Trentino – mickrig: 4251,66 Euro. Allein für die Hälfte der Summe ist M49 verantwortlich. Im Vorjahr hat er in Jochgrimm ein Jungrind und ein Pferd gerissen, heuer in Truden und San Lugano Bienenstöcke zerstört.

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Dabei ist Südtirol bei den Streifzügen von M49 noch billig davon gekommen: 2019 richtete der Problembär im Trentino Schäden in Höhe von 45.016 Euro an. Diese Summe musste die öffentliche Hand nicht nur für die von M49 gerissenen 26 Schaffe und Ziegen aufbringen, sondern vor allem auch für Schäden an Almen, Wohngebäuden und Ställen. Gleich in mehreren Fällen versuchte der Bär in Gebäude einzudringen, zerstörte dabei Türen und Fenster. Kein Wunder, dass im Großraubtier-Report der Provinz Trient M49 ein eigenes Kapitel gewidmet ist.

Die Personalkosten, die M49 beschert hat, sind im Bericht nicht angeführt. Doch auch diese dürften sich auf mehrere Tausend Euro belaufen, musste der Schnelleingreiftrupp samt Bärenhunden im Vorjahr im Trentino doch 16 Mal wegen M49 ausrücken.

Und seit 2 Tagen sind Beamte der Forstbehörde wieder unterwegs, um den Bären zu überwachen. Dieser befindet sich seit seiner erneuten Flucht aus dem Gehege von Casteller auf dem zwischen Etsch- und Suganertal gelegenen Monte Marzola. Erleichtert wird die Verfolgung, da M49 mit einem Senderhalsband ausgestattet ist.

Auch dafür muss die öffentliche Hand mit rund 3000 Euro aufkommen. Da der Bär nun bereits zum zweiten Mal ein Sender-Halsband erhalten hat, kostete allein die Besenderung des Problembären bislang 6000 Euro.

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em

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