Montag, 09. Juli 2018

Thailändische Höhle: Rettung geht weiter

In Thailand hat am Montag ein neuer Taucheinsatz zur Rettung der noch acht eingeschlossenen Jungen und ihres Trainers aus einer Höhle begonnen. Dies bestätigten die Behörden in der nahegelegenen Stadt Mae Sai. Mittlerweile wurde bekannt, dass die Jungen während ihrer Rettung unter starken Beruhigungsmittel standen.

Schon in wenigen Stunden „werden wir gute Neuigkeiten bekommen“, meinte der Einsatzleiter.
Schon in wenigen Stunden „werden wir gute Neuigkeiten bekommen“, meinte der Einsatzleiter. - Foto: © APA/AFP

Einen Tag nach der Rettung der ersten vier Kinder aus einer überfluteten thailändischen Höhle ist am Montag die zweite Bergungsaktion angelaufen. Der Einsatz für eine zweite Gruppe begann gegen 11.00 Uhr Ortszeit (6.00 Uhr MESZ), wie der Leiter des Krisenstabs, Narongsak Osottanakorn, vor Journalisten sagte. Schon in wenigen Stunden „werden wir gute Neuigkeiten bekommen“, meinte der Einsatzleiter.

Da man in dem schlammigen Wasser praktisch nichts sehen kann, wurden Taue befestigt, an denen sich die Taucher entlangziehen sollen. 

Endlich Tageslicht

Am Sonntag waren die ersten vier Jugendlichen nach 15 Tagen in der Dunkelheit aus dem Höhleninneren ans Tageslicht gebracht worden. (STOL hat berichtet)  Sie werden jetzt im Krankenhaus behandelt. Nach offiziellen Angaben geht es ihnen verhältnismäßig gut.

Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn gab bekannt, dass der zweite Rettungsversuch seit dem Vormittag (Ortszeit) läuft. Das Kernteam besteht wieder aus mehr als einem Dutzend Spezialtauchern, die meisten davon aus dem Ausland. Die Aktion wird vermutlich wieder mehrere Stunden dauern. Erst dann wird klar sein, ob weitere Eingeschlossene gerettet werden konnten. Der Gouverneur äußerte sich zuversichtlich. Er sagte: „Wir werden in einigen Stunden gute Nachrichten haben.“

Hohe Regenwahrscheinlichkeit

Bei der geplanten Rettung der verbliebenen acht Jugendlichen und ihres Fußballtrainers aus einer Höhle in Thailand könnten die Retter vor einem weiteren Hindernis stehen: In der Nacht auf Montag prasselte für Stunden starker Monsunregen auf die Gegend Chiang Rai ein.

Inwiefern sich die Regengüsse auf die Wasserstände in der Grotte auswirkten, war zunächst unklar.

Thailands Wetterbehörden sagten für Montag zudem eine 60-prozentige Regenwahrscheinlichkeit mit Gewittern voraus. Die Einsatzkräfte hatten ihre Rettungsaktion am Sonntag auch wegen der Wetterprognosen vorangetrieben, obwohl das Heraustauchen der Buben unter Experten als schwierig und gefährlich gilt.

Vier Burschen konnten bereits befreit werden 

Die ersten vier Jugendlichen wurden am frühen Sonntagabend (Ortszeit) nach 15 Tagen Gefangenschaft aus der teils überfluteten Höhle im Norden des Landes befreit und in ein Spital gebracht. Anschließend wurde die Rettungsaktion unterbrochen – für 10 bis 20 Stunden, wie Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn ankündigte. (STOL hat berichtet). 

In dieser Zeit sollten die Atemluftvorräte in der Höhle aufgefrischt werden. 

Jungen bekamen vor Höhlenrettung Beruhigungsmittel

Die vier aus der thailändischen Höhle geretteten Jungen haben vor ihrem Tauchgang starke Medikamente bekommen. „Die Jungs standen unter Beruhigungsmitteln, damit sie nicht in Panik gerieten“, sagte der dänische Taucher Ivan Karadzic dem dänischen Rundfunk. „Sie waren nicht total betäubt, aber sie reagierten nicht mehr richtig.“ Karadzic war an der Rettungsaktion am Sonntag beteiligt und half etwa auf halben Weg in der überschwemmten Höhle dabei, Druckluftflaschen auszuwechseln.

„Wir hatten uns alle möglichen Katastrophenszenarien ausgemalt – Ausrüstung, die kaputt geht, und Kinder, die in Panik geraten, ertrinken und wiederbelebt werden müssen“, erzählte er der Nachrichtenagentur Ritzau. „Wir waren darauf vorbereitet, doch nichts ist passiert. Alle waren auf ihren Posten und taten genau, was sie sollten.“

Die Jungen hätten Taucheranzüge und Masken getragen. „Sie sahen etwas verängstigt aus, aber sie waren nicht in Panik oder so. Und sie lächelten und sagten Danke“, berichtete der Taucher. Die Rettungsaktion laufe weiter, er selbst müsse allerdings erstmal Kräfte sammeln und werde voraussichtlich am Dienstagmorgen wieder eingesetzt. Er hoffe, die gesamte Rettung könne am Dienstag abgeschlossen werden.

Familien von Geretteten warten auf Wiedersehen

Die Familien der aus einer thailändischen Höhle geretteten Buben warten noch auf ein erstes Wiedersehen. Wie der Sender Thai PBS am Montag berichtete, informierten die Behörden die Familien, sich für einen Besuch im Krankenhaus bereit zu halten.

Nach Auskunft der Behörden geht es ihnen den Umständen entsprechend gut. Der achte Stock der Klinik, wo die Buben die erste Nacht nach ihrer Rettung verbrachten, ist von der Polizei abgesperrt.

Am Montag war zu beobachten, wie eine erste Gruppe von Zivilisten in den Krankenhaustrakt gelassen wurde. Vonseiten des Krankenhauses gab es aber keine Bestätigung dafür, dass dies bereits Familienangehörige waren.

apa/sda/dpa

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