Sonntag, 08. Juli 2018

Thailand: Vier der Buben gerettet

In der thailändischen Höhle überschlagen sich die Ereignisse: Die ersten vier Jugendlichen sind gerettet. Damit läuft die Rettungsaktion weitaus schneller als zunächst angenommen.

Mehrere befreite Jungen wurden sofort ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht.
Mehrere befreite Jungen wurden sofort ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht. - Foto: © APA/AFP

Vier aus der Höhle in Thailand gerettete Jungen sind nach Angaben des Chefs der Rettungsmission in ärztlicher Behandlung. Das sagte Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn am Sonntagabend (Ortszeit) vor Journalisten. Damit war die genaue Zahl der Geretteten unklar: Frühere Aussagen der Katastrophenschutzbehörde, wonach bereits sechs Jungen aus der Höhle gebracht wurden, bestätigte der Gouverneur nicht.

Die Operation heute lief sehr problemlos“, sagte Narongsak und fügte hinzu, die Rettungsaktion werde in 10 bis 20 Stunden fortgesetzt. Die Taucher müssten nun die Atemluftvorräte auffrischen, die in der ersten Phase aufgebraucht worden seien. Alle Jungen hätte Atemmasken getragen und seien von den Tauchern durch die Tunnel geleitet worden. „Ich bin froh, dass wir unsere Mission erfolgreich für die ersten vier abgeschlossen haben.“

Spezialtaucher holten die ersten der dreizehn Mitglieder einer Jungen-Fußballmannschaft am Sonntagabend (Ortszeit) ins Freie – das teilten die Thai Navy Seals und thailändische Behörden mit.

Mehrere befreite Jungen wurden sofort ins nächstgelegene Krankenhaus geflogen, wie die thailändische Zeitung „Bangkok Post“ berichtete. Provinz-Gouverneur Narongsak Osotthanakorn kündigte eine Pressekonferenz an.

Rettungsaktion läuft besser als erwartet

Die zügige Befreiung von vier Jungen spricht dafür, dass die am Sonntagmorgen gestartete Rettungsaktion besser und schneller als erwartet lief. In einer offiziellen Mitteilung der thailändischen Behörden kurz vor Bekanntwerden der ersten Rettungsberichte hatte es noch geheißen, es sei nicht absehbar, wann die ersten Jungen die Höhle verlassen könnten. (STOL hat berichtet)

Sinkende Wasserstände in der teilweise überfluteten Höhle könnten die Rettungsmission beschleunigt haben. Taucher hatten sich am Sonntagmorgen auf den Weg zu den eingeschlossenen Jugendlichen gemacht. Ursprünglich geplant war, dass jeweils zwei Taucher einen der Jungen nach draußen bringen sollten.

Äußerst kräftezehrender Tauchgang

Der Tauchgang durch weit verzweigte Höhle ist schon für Profis kräftezehrend. Die Buben von denen einige nicht einmal schwimmen können, sollen ihn innerhalb von etwa sechs Stunden schaffen. Da sie in dem schlammigen Wasser praktisch nichts sehen, wurden Taue befestigt, an denen sie sich nach draußen ziehen sollen. Wie gefährlich das Unterfangen ist, hatte am Freitag der Tod eines erfahrenen thailändischen Tauchers gezeigt, der auf dem Weg aus der Höhle wegen Sauerstoffmangels gestorben war.

Journalisten mussten Gebiet verlassen

In Vorbereitung auf den Rettungseinsatz hatten die Rettungskräfte am Sonntag die Evakuierung des Geländes im Eingangsbereich der Höhle angeordnet. Die dort versammelten Journalisten aus aller Welt mussten das Gebiet verlassen.

Die zwölf Jungen und ihr Fußballtrainer sind, wie berichtet, seit 23. Juni in der teilweise überfluteten Höhle in Nordthailand eingeschlossen.

apa/dpa/stol

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