„Südtirol verfügt heute über ein landesweites, qualitativ hochwertiges Netz der sozialen Sicherheit und Betreuung, bei Sachleistungen wie bei Geldleistungen“, so das Fazit von Theiner, der am Dienstag die neuesten Sozialstatistiken mit den Daten des abgeschlossenen letzten Jahres - des Kalenderjahres 2011 – vorgestellt hat.Der Umfang und die Qualität von Diensten, Leistungen, Mitarbeitern habe kontinuierlich und ständig zugenommen, so Theiner. Insgesamt 6075 Vollzeitstellen gibt es im Sozialwesen. Davon rund 3520 in den Alters- und Pflegeheimen, 810 sind den Diensten für Menschen mit Behinderung vorbehalten, 550 den Diensten für Kleinkinder und Minderjährige und 460 der Hauspflege. Neue Gefahren und HerausforderungenAllerdings: Das Sozialwesen sei „neuen und großen Gefahren ausgesetzt, und wir werden gemeinsam neue Herausforderungen bestehen müssen", meinte der Landesrat am Dienstag. Diese Gefahren nannte er auch beim Namen: der demografische Wandel, der eine immer älter werdende Bevölkerung bedeutet, die Wirtschaftskrise seit 2008, die stark in das gesellschaftliche Gefüge eingreift, und die darauf folgenden Schuldenabbaupolitik der römischen Regierung, die den Südtiroler Landeshaushalt beschneidet.Bereits Maßnahmen getroffenEntsprechende Maßnahmen seien in den vergangenen Jahren in den verschiedenen Bereichen bereits gesetzt worden, so Theiner: Durch die Pflegesicherung etwa sei die langfristige Absicherung der Pflegebedürftigkeit auf eine solide Basis gestellt und der Druck auf die Alters- und Pflegeheime reduziert worden. Mit der Zusammenlegung von Wohngeld und Mietgeld ab Jänner 2013 sei eine Doppelgleisigkeit behoben worden und auch bei den Beiträgen seien prioritäre Initiativen gezielt gefördert, während weniger relevante nicht oder nicht mehr so stark finanziert wurden.Das Finanzierungssystem der Bezirksgemeinschaften und der Gemeinde Bozen für die von ihnen erbrachten Dienste sei reformiert worden und richte sich nun nach einer objektiven Bedarfsberechnung. Und bei Transferleistungen – wie der finanziellen Sozialhilfe – sei etwa durch die Einführung der Einheitlichen Einkommens- und Vermögenserklärung EEVE die Treffsicherheit der Leistungen erhöht worden. „Leistungen trotz Sparzwang halten“Angesichts dieser Entwicklung müsse die Südtiroler Sozialpolitik ihren Standort und vor allem ihre Zielsetzungen neu bestimmen, erklärte Landesrat Theiner.„Wir wollen den hohen Leistungsstandard trotz Sparzwang halten und in jenen Bereichen, wo es einen größeren Bedarf gibt, sogar ausbauen." Zudem sei auf Kernleistungen und Prioritäten zu setzen, neue Betreuungskonzepte müssten eingeführt und die Freiwilligenarbeit und Selbsthilfe gestärkt werden.Haushalt um 15 Millionen Euro gekürztIm kommenden Jahr muss das Südtiroler Sanitätswesen mit 15 Millionen Euro weniger als noch 2012 auskommen. Zwar sei der Haushalt für Sozialwesen von 249 Millionen Euro im Jahr 2005 ist das Budget auf 413 Millionen Euro im Jahr 2011 angestiegen, allerdings „nimmt der öffentliche Haushalt nicht mehr zu, ist 2012 und 2013 sogar rückläufig, auch was den Sozialbereich anbelangt“, so Theiner, der betont: „Dies darf aber kein Grund sein, übermäßig negative Szenarien zu zeichnen.“Bei rund 400 Millionen Euro Gesamtbudget im Jahr 2013 sei die finanzielle Ausstattung „immer noch gut“.Von den 400 Millionen Euro fließen rund 240 Millionen Euro in Transferleistungen (Pflegegeld, Familiengeld, Zivilinvaliden, Finanzielle Sozialhilfe), 108 Millionen in die Finanzierung der Sozialdienste, 28 Millionen in Beiträge an öffentliche und private Organisationen, für laufende Tätigkeiten 28 Millionen, 14 Millionen in Investitionen.