Die Frage über das Wohin neuer Geleise scheidet die Geister immer noch ein wenig, wobei die Diskussionen darüber derzeit eher akademischer Natur sind. Eine Zugverbindung, wohin auch immer, ist aktuell nämlich noch Zukunftsmusik, wenngleich sich grundsätzlich alle für eine solche aussprechen. <BR /><BR />Die hohe Landespolitik hatte angekündigt, dass eine grundsätzlich-technische Entscheidung über das grobe „Wohin“ in den kommenden Monaten fallen könnte. Aber egal, wohin eine Linie künftig führen wird: Immer könnten Bohrungen für Tunnels notwendig sein. <h3> Der Geologe kennt sich aus</h3>Volkmar Mair kennt den Stand der Dinge ist, was die Geologie anbelangt. Er ist Landesgeologe und kennt die Gesteinsschichten im Land wie seine Hosentasche. Mair sagt, dass man bestimmte Untersuchungen bzw. geologische Kartierungen für das Gebiet Taufers-Schlinig schon einmal durchgeführt habe. Diese nehme man als Grundlage her für Untersuchungen von möglichen Tunnelverbindungen in Richtung Schweiz. <BR /><BR />Ob über Santa Maria oder bei Schleis in den Berg, auch die Geologie spielt bei diesen Überlegungen natürlich eine große Rolle. Denn von diesen Daten hängen letztendlich auch die Kosten für einen Tunnel zusammen. Für diesen Abschnitt benötige man daher jetzt auch keine zusätzlichen Untersuchungen, sagt Mair. Was man hingegen gut gebrauchen könnte, seien die Untersuchungen der Schweizer zu diesem Gebiet, diese Daten habe man bislang noch nicht zur Gänze erhalten.<h3> Was ist mit dem Reschen?</h3>Sollte hingegen eine Verbindung über den Reschen gewünscht sein, benötige man dafür ebenfalls Daten. Man sei dabei, diese zu erheben, wobei die Landesgeologie auch auf Untersuchungen der Technischen Universität München zurückgreifen kann, welche erst vor wenigen Wochen auf der Malser Haide vorgenommen wurden. Zudem nutze man die Pegelsenkung im Reschensee, um dort weitere Bohrungen vorzunehmen. Darüber hinaus gebe es auch für die Region Bormio geologische Karten, um auch dieses Einzugsgebiet einschätzen zu können. <h3>Entscheidung ist politisch-strategischer Natur</h3>„Wir haben keine Vorgaben erhalten“, betont Volkmar Mair bezogen auf die Untersuchungen. Soll heißen, dass die Entscheidung, ob die Verbindung künftig Richtung Norden oder Westen verlaufen wird, eine rein strategisch-politische sein wird, wie er ergänzt. Aus geologischer Sicht gebe es aber natürlich Zonen, die schwieriger sind oder weniger schwierig, dies hänge mit vorhandenen Störungszonen, Gesteinswechsel oder der simplen Landschaftsgestaltung zusammen. Aber – so sagt der Landesgeologe – theoretisch gesehen sei grundsätzlich vieles möglich.<BR /><BR />Damit stellt sich die Frage, bis wann diese geologischen Ausgangsbedingungen geklärt sein werden? Volkmar Mair gibt sich zurückhaltend, was einen zeitlichen Fixpunkt betrifft, denn es könne immer etwas dazwischenkommen. „Ich denke, konkret werden wird es erst 2025.“