Insbesondere in den Städten würden die Hunde zunehmend zur Gefahr, sagt Dr. Hintner. Seine Forderung: Ein Hundeführerschein muss her, zumindest für diese Hunderassen.<BR /><BR />Dr. Franz Hintner stellt eines gleich vorneweg klar: „Diese Hunde sind, richtig gehalten, nicht per se gefährlich“. Doch Kampfhunde zeichnen sich durch eine besonders hohe Beißkraft aus. Wenn sie angreifen, können sie besonders schwere Verletzungen verursachen. Zudem werden sie eben häufig genau aus diesem Grund ausgewählt und angeschafft: „Sie sind für einige ihrer Halter schlicht eine Waffe, die sie mitführen“, so Hintner. <BR /><BR />Das zunehmende Phänomen beunruhigt ihn. „Gerade in unseren Städten nimmt die Zahl der Kampfhunde stetig zu, Hundehalter sind meist junge Männer, der Hund eine Art Statussymbol. Hier muss präventiv etwas unternommen werden. Wir haben keine Handhabe, Tiere ihren Besitzern wegzunehmen, bevor nicht etwas passiert. Hinterher hört man dann oft, dass sich der betreffende Hund schon vorher als besonders aggressiv erwiesen hat“, beklagt Dr. Hintner. <BR /><BR /><embed id="dtext86-60176631_quote" /><BR /><BR />Das soll andere beißende Hunde nicht verharmlosen. „Auch ein Spitz, der zubeißt, verursacht eine Wunde“, so Dr. Hintner. Doch wenn ein Kampfhund falsch gehalten wird, ist das am Ende gefährlicher als wenn der Umgang mit Dackel, Pudel oder Labrador mangelhaft ist. Wegen ihrer Stärke sind Kampfhunde – bei falscher Haltung – eben besonders gefährlich.<BR /><BR />Also hilft nur Aufklärung – und die verpflichtend. Hintners Vorschlag: ein verbindlicher „Hundeführerschein“ für Personen, die sich einen Kampfhund zulegen wollen. „Ohne eine solche Tauglichkeitsbescheinigung sollte es nicht mehr möglich sein, sich einen Kampfhund oder auch einen Kampfhundmischling zuzulegen“, findet Dr. Hintner. <BR /><BR />Vermittelt werden müssten darin zum einen die Grundlagen einer richtigen Haltung des Hundes. „Der Halter muss sich darüber hinaus aber auch über jede Menge anderer Dinge im Klaren sein, und das, bevor er sich das Tier anschafft: die Haftungsfrage. Denn wenn der Hund Schaden zufügt, haftet der Halter. Die Kosten, von Futter bis Tierarzt bis hin zu Versicherungen. Der Platz- und Auslaufbedarf.“ <BR /><BR />Und noch etwas stellt Dr. Hintner klar: „Öffentliche Strukturen wie etwa das Tierheim in der Sill sind nicht dafür da, Hunde aufzunehmen, mit denen ihre Halter nicht klar kommen. Diese Einrichtungen sind für Härtefälle gedacht, wenn ein Halter stirbt oder schwer erkrankt. Immer wieder bekommen wir Anrufe von Kampfhundebesitzern, die mit den Tieren Probleme haben und dann nicht mehr wissen wohin damit“, weiß er aus Erfahrung. <BR /><BR />Natürlich weiß auch Dr. Franz Hintner, dass „ein Hundeführerschein kein Allheilmittel ist. Aber hilfreich wäre er mit Sicherheit“.<BR />