Ein schwerer Fall von Tiermisshandlung beschäftigt die Behörden. Am Sonntagabend, dem 13. September, entdeckte eine Streife der Straßenpolizei Sterzing auf der Raststätte Trens Ost an der Brennerautobahn in Fahrtrichtung Norden sieben Hunde der Rasse English Setter in einem Fahrzeug. Sechs der Hunde waren zu diesem Zeitpunkt bereits verendet, ein siebtes Tier befand sich in äußerst schlechtem Zustand.<BR /><BR />Auf den Fall aufmerksam wurde die Polizei durch einen Hinweis eines Rastplatzbesuchers. Beim Eintreffen der Beamten versuchten mehrere Personen noch, den siebten Hund wiederzubeleben. Die sofort hinzugezogenen Tierärzte übernahmen die medizinische Versorgung – doch auch dieses Tier verendete.<h3> Hunde in vier Transportboxen</h3>Nach Angaben der Insassen waren die sieben Hunde auf dem Weg nach Lappland zu einem Jagdausflug. Die Tiere wurden im hinteren Bereich des Fahrzeugs in insgesamt vier Transportboxen befördert.<BR /><BR />Zwei Rüden waren jeweils einzeln in einer Box untergebracht. Die fünf Hündinnen verteilten sich auf zwei weitere Boxen: Zwei Tiere befanden sich gemeinsam in einer Box, eine weitere Hündin in einer eigenen.<BR /><BR />Die von der Polizei unmittelbar beim Einsatz angefertigte fotografische Dokumentation zeigt laut Behörden besonders beengte Verhältnisse im Laderaum. Rund um und oberhalb der Transportboxen befanden sich persönliche Gegenstände. Der Kofferraum war dadurch nahezu vollständig ausgefüllt.<BR /><BR />Nach Einschätzung der Ermittler könnten dadurch auch Öffnungen der Transportboxen für die Luftzufuhr blockiert worden sein. Zudem lagen die Türen der Boxen unmittelbar am Heckdeckel des Fahrzeugs. Zwischen den Boxen und dem Verschluss des Fahrzeugs habe nur äußerst wenig Platz bestanden.<h3> Papiere und Impfungen waren in Ordnung</h3>Die Hunde waren laut den vorgelegten Unterlagen mit europäischen Heimtierausweisen ausgestattet und ordnungsgemäß gechippt. Auch die vorgeschriebenen Impfungen waren demnach aktuell.<BR /><BR />Die formale Dokumentation der Tiere änderte jedoch nichts an der von den Beamten festgestellten Situation. In Abstimmung mit der Justizbehörde wurden das Fahrzeug, die Körper der sechs zunächst verendeten Hunde sowie die von den Insassen mitgeführten Jagdwaffen und die dazugehörige Munition beschlagnahmt.<h3> Ermittlungen noch nicht abgeschlossen</h3>Wie es zum Tod der sieben Hunde kam und wer dafür rechtlich verantwortlich ist, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen. Die Behörden wollen die Verantwortlichkeiten anhand der bisher gesicherten Beweise sowie der Ergebnisse der von der Justizbehörde angeordneten veterinärmedizinischen Untersuchungen bewerten.<BR /><BR />Eine abschließende Bewertung liegt damit noch nicht vor.