Anfang Juli soll sich die Tierquälerei in Bozen ereignet haben. Das schreibt die Bozner Tierklinik Südtirol Exotic Vets: „Kaum zu glauben, dass so etwas in einem Land wie Südtirol möglich ist, das sich gern als naturverbunden bezeichnet.“<BR /><BR />Das Igelbaby war erst wenige Wochen alt. Einem Kind fiel das Tier vor die Füße – und es trat nach dem Igel, um damit auf das Fußballtor zu zielen. „Man fragt sich, welche Umwelterziehung wir an die neuen Generationen weitergeben, wenn es Kinder gibt, die ein zartes Tier nicht bewundern, sondern es benutzen, um es zu treten“, schreiben die Tierärzte, die sich nach dem Vorfall des Igels angenommen haben. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="932146_image" /></div> <BR /><BR />Glücklicherweise schritt ein Zeuge ein und stoppte die Tierquälerei. Der kleine Johnny hatte da bereits schlimme Schürfwunden am Rücken erlitten und viele Stacheln verloren.<h3> Liebevoll gesund gepflegt – alle 4 Stunden gefüttert</h3>Sein Retter brachte Johnny in die Tierklinik in der Wangergasse: Dort fand der kleine Igel einen sicheren Platz mit medizinischer Versorgung und ständiger Betreuung.<BR /><BR />„Am Anfang war Johnny sehr klein“, sagt Dr. Stefano Capodanno. „Wir mussten ihn alle 4 Stunden füttern, auch nachts, bis er ein ausreichendes Gewicht erreicht hatte.“ Entwurmt und mit Hilfe von Freiwilligen wieder aufgepäppelt, ist Johnny nun bald bereit, in die Freiheit entlassen zu werden. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="932149_image" /></div> <BR /><BR />Tierfreund Alessio Leonardi hat eine kleine Ecke seines Gartens in Oberau/Haslach eingezäunt – in der Nähe von Wald und Berg. Hier wird Johnny noch 10 Tage bleiben. Und hier lernt er auch, natürliche Beute zu fressen.<h3> Wunsch: Auffangstation bei Schloss Sigmundskron</h3>Die Aussichten für den kleinen Igel sind gut: Im Wald, weit weg von der Stadt soll er sein Igel-Leben ungestört verbringen können. Dr. Vincenzo Mulè, der die Klinik und ihre Aktivitäten koordiniert, sagt: „Es ist klar, dass ein Rehabilitationszentrum für Tiere ideal wäre. Ohne Freiwillige wären wir wirklich in Schwierigkeiten. Wir freuen uns, dass das Projekt für Schloss Sigmundskron von der Gemeinde Bozen genehmigt und unterstützt wird, aber wir warten noch auf die offizielle Zustimmung der Landesregierung und der zuständigen Abteilung. Wir brauchen diese Genehmigung, um so schnell wie möglich mit den Arbeiten beginnen zu können.“ Diese Auffangstation könnte auch ein Umweltbildungszentrum für Schulen werden: „Wenn es in der Stadt Kinder gibt, die mit einem Igelbaby Fußball spielen, bedeutet das, dass wir es brauchen.“<BR /><BR />