Montag, 05. Oktober 2020

Tierschützer fordern Schließung von Bärenpflegezentrum im Trentino

Der internationale Tierschutzverband OIPA hat bei der Staatsanwaltschaft von Trient einen Antrag auf Schließung des Bärenpflegezentrums in Casteller eingereicht.

Das Bärenschutzzentrum Casteller nahe Trient.
Das Bärenschutzzentrum Casteller nahe Trient. - Foto: © © FOTO ALESSIO COSER / Alessio Coser fotografo
Der Antrag wurde vorgelegt, nachdem die Carabinieri im Auftrag des italienischen Umweltministeriums einen Bericht über die schlechten Lebensbedingungen von 3 Problembären verfasst hatten, die im Pflegezentrum gefangen gehalten werden.

Der Lebensraum für die 3 Tiere sei beschränkt. Der Problembär M49, der im September nach 6 Wochen auf der Flucht wieder eingefangen worden war, ernähre sich nicht und reagiere nervös auf Menschen, daher würde man ihm immer wieder Betäubungsmitteln verabreichen, hieß es im Bericht.

Der Bär M57, der im August einen Carabiniere angegriffen und schwer verletzt hatte, wiederhole rhythmisch bestimmte Bewegung und habe sich Hautverletzungen zugezogen.

Eine dritte Problembärin lebe versteckt in einem kleinen Waldgebiet und ernähre sich ungenügend, geht aus dem Bericht hervor.

Tierschützer sprachen von „gravierender Misshandlung“ der 3 Bären. Sie kündigten eine Klage gegen den Trentiner Landehauptmann Maurizio Fugatti an.

Im Trentino wurden die Raubtiere mit einem Schutz-Programm extra wieder angesiedelt. Sie vermehrten sich gut, so dass dort inzwischen etwa 90 Tiere leben dürften. Ende August hatte der Bär M49 in einem Bergdorf einen Carabiniere angegriffen, der mehrere Verletzungen erlitt und im Krankenhaus behandelt werden musste. Diese Vorfälle sorgten wiederholt für Abschuss-Debatten zwischen Behörden, Bewohnern und Tierschützern.

apa

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