Donnerstag, 05. Juli 2018

Tierschützer protestieren gegen umstrittene Stierhatz von Pamplona

Kurz vor Eröffnung der traditionsreichen Stierhatz von Pamplona haben Tierschützer gegen die Veranstaltung protestiert. Rund 100 Aktivisten der Organisationen Peta und AnimaNaturalis, alle mit Stiermasken, versammelten sich am Donnerstag vor dem Rathaus der nordspanischen Stadt und hielten Plakate mit der Aufschrift „Stoppt Stierkämpfe“ in die Höhe.

Die Stadt Pamplona gibt für das jährliche „Sanfermines“-Fest knapp 1,4 Millionen Euro aus.
Die Stadt Pamplona gibt für das jährliche „Sanfermines“-Fest knapp 1,4 Millionen Euro aus. - Foto: © shutterstock

Sie zündeten bengalische Lichter und erzeugten roten Rauch, der das Blut der rund 20.000 Stiere symbolisieren sollte, die jährlich in Spanien bei den jahrhundertealten Veranstaltungen getötet werden.
Man wolle, dass mit den öffentlichen Geldern, die überall in Spanien für Stiertreiben und -kämpfe ausgegeben werden, „positive Werte gefördert werden, und nicht der Spaß an der Beobachtung der bis zum Tod gefolterten Tiere“, sagte die Spanien-Präsidentin von AnimaNaturalis, Aida Gascón.

Knapp 170.000 Menschen hatten bis Donnerstag eine Onlinepetition der Organisation für das Ende der Stierkämpfe in Spanien unterstützt.

Kampfbullen und Leitochsen in Arena gejagt

Das „Sanfermines“-Fest wird am Freitag feierlich eröffnet. Die erste Stierhatz findet am Samstag statt. Acht Tage lang werden am frühen Vormittag jeweils sechs zum Teil über 600 Kilogramm schwere Kampfbullen und auch mehrere Leitochsen von Hunderten Männern und auch von einigen wenigen Frauen für die Stierkämpfe am Abend durch die engen Gassen in die Arena gejagt. Bei den Mutproben der Läufer über die 875 Meter lange Strecke werden jedes Jahr Dutzende verletzt. Das letzte Todesopfer unter den Läufern gab es im Jahr 2009.

Touristen aus aller Welt

Trotz der Proteste der Tierschützer lockt das Fest Zehntausende Touristen aus aller Welt an, vor allem aus Europa, Australien und den USA. Es werden jedes Jahr immer mehr. Dieses Jahr rechnet Pamplona mit insgesamt 200.000 Besuchern. Die Stadt gibt für das Fest knapp 1,4 Millionen Euro aus. Über das Stiertreiben von Pamplona schrieb unter anderen auch der US-Schriftsteller Ernest Hemingway in seinem ersten größeren Roman „Fiesta“ (1926).

dpa 

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stol