Die Entscheidung betrifft insbesondere den Einsatz von Telemetrie bei Beagle-Hunden zur Untersuchung der kardiovaskulären Sicherheit von neuen Medikamenten. Laut Gericht überwiegt der Schutz der Tiere gegenüber der Fortführung der langjährigen Forschung. In der Begründung heißt es: „Schmerz, Leid, Stress und Schäden an der Gesundheit der eingesetzten Tiere sind irreparabel und haben Vorrang vor der Fortsetzung der Forschung.“ Das Gericht beruft sich dabei auf die italienische Verfassung und das EU-Recht, die das Wohl von Tieren anerkennen.<BR /><BR />Die Entscheidung folgt auf eine langjährige Auseinandersetzung der LAV gegen die Genehmigungserneuerung für Tierversuche an Hunderten Beagles in den Laboren der Aptuit-Gruppe. Das Gericht wies auf mögliche Unregelmäßigkeiten in der Haltung der Tiere und die unzureichende Berücksichtigung von Schmerz, Klassifizierung der Verfahren und Wiederverwendung der Tiere hin. Eine technische Begutachtung soll nun klären, ob der Einsatz von Hunden wirklich notwendig ist und ob alternative Methoden möglich wären. Der Bericht wird in zwei Monaten erwartet.<BR /><BR />Die ausgesetzten Versuche umfassten invasive Verfahren wie das Einpflanzen von Elektroden und Kathetern, um Herzaktivität und Blutdruck während der Medikamentengabe zu überwachen. Laut LAV verursachen diese Eingriffe chirurgische Schmerzen, postoperative Komplikationen, Stress und schwere Verhaltensstörungen bei den Tieren. Frühere Untersuchungen führten bereits zur Beschlagnahmung einiger Hunde und zur Freilassung von rund 50 Tieren.<BR /><BR />Die Entscheidung wurde von Tierschutzorganisationen begrüßt. Laut Michela Kuan, Biologin und wissenschaftliche Beraterin bei LAV, sei dies ein wichtiger Schritt zur Förderung alternativer Forschungsmethoden: „Forschung ist auch möglich, ohne das Leben von Tieren, Menschen oder Umwelt zu gefährden.“<BR /><BR />Die Firma warnt vor Konsequenzen für die medizinische Forschung. CEO Maria Pilla erklärte, dass die Entscheidung Projekte für neue Therapien, unter anderem für neurodegenerative Erkrankungen, Krebs und seltene Krankheiten, gefährden könnte. Aptuit betont, dass Tierversuche gesetzeskonform und ethisch durchgeführt und nur dann eingesetzt würden, wenn keine wirksamen Alternativen existieren.