Donnerstag, 06. Mai 2021

Tigermücke: Prävention ist schon im Frühjahr unerlässlich

Der Kampf gegen die Tigermücke muss schon frühzeitig beginnen, erinnert die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz am Donnerstag. Eine Arbeitsgruppe hat Leitlinien für die Tigermückenvorsorge ausgearbeitet.

Schon im Frühjahr muss vorgesorgt werden, um die Ausbreitung der Tigermücke im Sommer zu minimieren.
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Schon im Frühjahr muss vorgesorgt werden, um die Ausbreitung der Tigermücke im Sommer zu minimieren. - Foto: © Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz/Edith Bucher
„Um die Vermehrung der Tigermücke während der warmen Jahreszeit einzuschränken, müssen wir bereits jetzt mit regelmäßiger, gezielter Vorsorge beginnen: Das heißt in erster Linie, kleine Wasseransammlungen zu vermeiden“, unterstreicht Umweltlandesrat Giuliano Vettorato.

Nur so sei es möglich, die Mückenbelästigung im Spätsommer einzudämmen und gleichzeitig auch das Risiko einer eventuellen Übertragung von Arboviren durch die Tigermücke zu verringern.

Kein Wasser, keine Tigermücke

Die zukünftigen Leitlinien für die integrierte Bekämpfung der Tigermücke in Südtirol standen im Mittelpunkt des Expertentreffens der Arbeitsgruppe „Prävention Tigermücke“: Dazu sind vor kurzem unter der Leitung von Alberta Stenico, Direktorin des Biologischen Labors der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz, Vertreter des Landes, des Südtiroler Sanitätsbetriebs, des Landestierärztlichen Dienstes und der Gemeinden Bozen und Meran zusammengekommen.

„Die Leitlinien, die sich in Ausarbeitung befinden, richten sich an die Gemeinden und enthalten wichtige Informationen für die Planung und Durchführung einer integrierten Tigermückenbekämpfung“, betont Alberta Stenico. Der gesamtstaatliche Plan für Vorsorge, Überwachung und Bekämpfung von Arbovirosen (2020-2025) sehe nämlich vor, dass sich die Gemeinden um die Tigermückenvorsorge kümmern und einen Strategieplan für den Fall einer Arbovirose-Erkrankung wie Dengue oder Chikungunya erstellen müssen, um die eventuelle Ausbreitung einer Epidemie von vornherein zu unterbinden.

Die Tigermücke legt ihre Eier in unmittelbarer Nähe von Wasseransammlungen ab. Nach dem Schlüpfen bewegen sich die Larven ins Wasser, wo sie sich über verschiedene Stadien hinweg zur ausgewachsenen Tigermücke entwickeln. „Es geht also in erster Linie darum, mögliche Brutstellen zu beseitigen und die Entwicklung der Larven zu erwachsenen, stechenden Tigermücken im Frühjahr möglichst umfassend zu unterbinden“, unterstreicht Stenico. „Denn aus einer einzigen Tigermücke, die im Frühjahr ausschlüpft, können im Laufe der Sommermonate Milliarden von Tigermücken entstehen.“

Besonders viele Tigermücken vom Burggrafenamt bis ins Unterland

Das Biologische Labor hat eine Übersichtskarte der besonders von der Tigermücke betroffenen Gemeinden Südtirols ausgearbeitet.

„Daraus geht hervor, dass vom Burggrafenamt bis ins Unterland bis auf etwa 600 Meter Meereshöhe im Hoch- und Spätsommer ein hohes bis sehr hohes Risiko einer Tigermückenbesiedelung besteht. Im unteren Vinschgau, Passeiertal und Eisacktal (bis Vahrn) gilt hingegen bis 700 Meter Meereshöhe ein mittleres bis hohes Risiko für eine dauerhafte Tigermückenbesiedelung“, informiert Filippo Cassina, Mückenexperte des Biologischen Labors.



Die Untersuchungsergebnisse des Tigermückenmonitorings 2020 reihen sich ein in den steigenden Trend der Tigermückenpopulationen in Südtirol.

„Die nachgewiesene Anzahl an Eiern erreichte im Spätsommer 2020 den Rekordwert seit Beginn der Untersuchungen 2013“, unterstreicht Edith Bucher, Biologin im Biologischen Labors. Im Gebiet von Unterland, Überetsch und Burggrafenamt war die Tigermücke homogen verbreitet. Der Nachweis von Tigermückeneiern in den Gemeinden längs des Eisacktales stieg in den letzten Jahren kontinuierlich an.

lpa

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