„Vielleicht war ich für diese ganzen Menschen mehr als nur ein digitale Persönlichkeit, vielleicht habe ich es geschafft, mehr als das zu vermitteln.“ Davide Patron sei gerade auf dem Weg nach Paris gewesen, als er plötzlich einen Herzstillstand erlitt. Dank der schnellen Reaktion seiner Retter ist es ihnen gelungen, den 24-Jährigen aus Mogliano in Venetien wiederzubeleben. <BR /><BR />Derzeit befindet sich Patron in einem Krankenhaus in Frankreich. Im Interview erzählt er gegenüber der italienischen Tageszeitung „La Reppublica“, wie ihn der Herzstillstand geprägt hat, warum sein Leben nie wieder das selbe sein wird und welche Botschaft er senden möchte. <BR /><BR /><b>Wie geht es Ihnen?<BR /></b>Davide Patron: „Jeden Tag besser. Ich hatte zwar hohes Fieber, aber das sink nun langsam wieder. Gerade versuchen die Ärzte herauszufinden, was genau mir wiederfahren ist.“<BR /><BR /><b>Können Sie uns vom Herzstillstand erzählen?<BR /></b>Patron: „Ich war mit meiner Freundin in Frankreich unterwegs. Wir waren gerade auf einen Zug nach Paris gestiegen und standen in einem Zwischenabteil. Auf einmal habe ich gesagt ,Ich muss mich setzten' dann bin ich auch schon zusammengebrochen.“<BR /><BR /><b>Wann war das?<BR /></b>Patron: „Am Samstag in der Früh, etwa gegen 11 Uhr. Wir wollten nach Paris, um von dort aus nach Schottland zurückzukehren. Ich möchte unterstreichen, dass wir entspannte Tage hatte, ohne außergewöhnliche Anstrengungen.“<BR /><BR /><b>Sie sind also im Zug zusammengesackt. Und dann?<BR /></b>Patron: „Ich kann mich an nichts mehr erinnern. Ich kann nur das wiedergeben, was meine Frau mir erzählt hat: Alle Menschen um uns herum seien eingeschritten, eine Person hat mit der Herzdruck-Massage angefangen. Kurz darauf kam schon jemand mit einem Defibrillator. Den haben sie benutzt und mein Herz hat dadurch wieder angefangen zu schlagen. “<BR /><BR /><b>Und die Sanitäter?<BR /></b>Patron: „Die kamen etwa nach 10 Minuten, gemeinsam mit der Polizei. Die Ärzte haben mich dann ins künstliche Koma versetzt.“<BR /><BR /><b>Wann sind Sie wieder aufgewacht?<BR /></b>Patron: „Nach rund 2 Tagen bin ich auf der Intensivstation wieder zu mir gekommen. Ich wurde intubiert und um mein Bett herum standen meine Mutter und mein Vater. Das erste, was ich gesagt habe, war: ,What happened? Was ist passiert?'“<BR /><BR /><b>Was haben die Ärzte gesagt?</b><BR />Patron: „Zuerst, dass ich großes Glück hatte. Sie gehen davon aus, dass ich einen Herzstillstand hatte, keinen Infarkt: Mein Herz hat abrupt aufgehört zu schlagen, wie das auch bei einigen Sportlern der Fall war. Die Untersuchungen sind noch im Gange. Es scheint aber so, als hätte ich kein Problem mit den Herzkranzgefäßen. Viel mehr mit dem elektrischen System.“<BR /><BR /><b>Machen Sie Sport?<BR /></b>Patron: „Ich gehe ins Fitnessstudio und würde behaupten, dass ich einen relativ trainierten Körper habe.“<h3> Welche Lösungen wurden Ihnen vorgeschlagen?</h3> Patron: „Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen, aber wahrscheinlich werde ich einen implantierbaren Defibrillator bekommen. Dieser überwacht den Herzrythmus und greift im Falle einer Störung ein. Das Gerät wird mit einer örtlichen Betäubung operativ eingesetzt, wie das auch mit dem Herzschrittmacher der Fall ist.“<BR /><BR /><b>Wollen Sie dann weiterhin in Schottland leben oder zieht es Sie zurück nach Italien?<BR /></b>Patron: „Das weiß ich noch nicht. Aber man hat mir gesagt, dass ich in Zukunft wohl kaum mehr alleine bleiben kann: Meine Freundin und meine Eltern wollen mich ständig im Augen behalten; wäre ich alleine gewesen, dann hätte ich es nicht geschafft. Sobald sie mich entlassen, werde ich mit meiner Familie für eine Weile wieder nach Italien zurückkehren. Danach aber rechne ich schon damit, mir mein Leben wiederzuholen.“<BR /><BR /><b>Was haben Sie gelernt?<BR /></b>Patron: „Ich habe gelernt, die kleinen Dinge zu schätzen, auch jene, die wir als selbstverständlich erachten, oder die wir uns nicht gönnen, weil wir meinen, keine Zeit dafür zu haben. Ich habe verstanden, dass das Leben in einem Augenblick vorbei sein kann, deshalb sollte man sich nie den eigenen Freiraum verweigern. Aber es gibt da noch etwas, das ich sagen möchte...“<BR /><BR /><b>Und das wäre?<BR /></b>Patron: „Wie wichtig Defibrillatoren und erste Hilfe Kurse sind. Mit geringem Aufwand lassen sich Menschenleben retten. Ich hoffe, dass ich mich eines Tages bei meinen Rettern bedanken kann.“<BR /><BR /><b>Haben Sie davon schon auf den Sozialen Medien berichtet?<BR /></b>Patron: „Jetzt fängt mein zweites Leben an. Ich habe tausende Nachrichten erhalten, 7000 unter nur einem Instagram-Post. Mir hat sogar der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, geschrieben. Vielleicht war ich für diese ganzen Menschen mehr als nur ein digitale Persönlichkeit, vielleicht habe ich es geschafft, mehr als das zu vermitteln.“<BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />