Freitag, 22. Januar 2021

TikTok-Herausforderung endet in schrecklicher Tragödie

Die App TikTok ist bei Teenagern derzeit sehr populär. Doch die Video-App birgt Gefahren. In Sizilien hat sie einem Mädchen das Leben gekostet.

Eine Herausforderung auf TikTok hat einem 10-jährigen Mädchen in Palermo das Leben gekostet.
Eine Herausforderung auf TikTok hat einem 10-jährigen Mädchen in Palermo das Leben gekostet. - Foto: © APA (AFP/GETTY) / MARIO TAMA
Am Mittwochabend wurde in Palermo ein 10-jähriges Mädchen in äußerst kritischem Zustand ins Spital eingeliefert.

Das Kind hatte sich selbst mit einem Gürtel um den Hals gewürgt, was zum Herzstillstand geführt hatte.

Offenkundig hatte es an einer „Blackout challenge“, einer Herausforderung unter Teenagern auf TikTok, teilgenommen.

Nachdem das bewusstlose Mädchen von der Schwester entdeckt worden war, brachten die Eltern ihr Kind ins Krankenhaus, wo es umgehend in die Intensivstation eingeliefert wurde.

Am Donnerstag konnten die Ärzte jedoch nur mehr den Hirntod des Kindes, das im Koma gelegen hatte, feststellen. Die Eltern sollen der Organspende zugestimmt haben. Medienberichten zufolge wurde das Smartphone des Mädchens von der Polizei beschlagnahmt.



Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf. Ein Sprecher der TikTok-Plattform erklärte sich bereit, bei den Ermittlungen mit den Justizbehörden zusammenzuarbeiten. „Die Sicherheit der TikTok-Gemeinschaft ist unsere absolute Priorität“, sagte der Sprecher.

Derartige „Mutproben“ kommen bei Jugendlichen häufig vor. Bei manchen risikoreichen Wettbewerben würden Grenzen überschritten, um sich mit Gleichaltrigen zu messen und Anerkennung zu erhalten, warnen Jugendschützer. Das verlagere sich immer stärker in die sozialen Netzwerke.

Soziologen und Pädagogen warnen vor den großen Gefahren für Kinder bei freiem Zugang zum Internet. Der Soziologe Francesco Pira betonte, dass immer mehr Kinder und Jugendliche wegen des Coronavirus-Notstands und dem starken Zugriff zur Ferndidaktik stundenlang vor dem PC oder mit ihren Smartphones allein gelassen werden.

Viele Eltern und Lehrer seien sich der Gefahren nicht bewusst, die für Kinder im Internet lauern. „Viele Eltern kennen nicht einmal TikTok, das monatlich eine Milliarde Nutzer weltweit hat“, sagte Pira.

Forza Italia forderte Einschränkungen beim Zugang von Kindern unter 14 Jahren zu Smartphones.

„Im Parlament arbeiten wir an einer Studie über die Auswirkungen digitaler Lernprozesse unter den Schülern. Daraus geht ein dramatisches Bild hervor. Ich bin zwar gegen Verbote, man muss aber etwas zum Schutz unserer Kinder unternehmen“, betonte der Forza Italia-Senator Andrea Cangini.

apa