Sonntag, 24. Mai 2015

Tirol gedenkt - „Brücken für den Frieden bauen“

Am Samstag hat in Innsbruck das Landesgedenken zum Ersten Weltkrieg stattgefunden. Diözesanbischof Ivo Muser hat dabei dazu aufgerufen „Brücken für den Frieden“ zu bauen.

Bischof Ivo Muser. Foto/Copyright: Diözese
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Bischof Ivo Muser. Foto/Copyright: Diözese

2015 gedenkt das Land Tirol aller Gefallenen und Opfer des Ersten Weltkrieges. Es geht um die Erinnerung an den „Krieg vor der Haustür“, der damaligen Südfront, und an die gegenwärtigen Kriegsgefahren vor den Toren Europas. Das Wissen über das Geschehene soll alle darin stärken, Feindbilder abzubauen und Vertrauen aufzubauen.

„Nicht um zu urteilen, oder gar um zu verurteilen, nicht um hochmütig und besserwisserisch zurück zu schauen, sind wir jetzt hier“, sagte Bischof Ivo Muser in seiner Festpredigt und fügte an: „Wir vergegenwärtigen uns nachdenklich und betroffen einen Teil unserer Geschichte, um Brücken für den Frieden heute zu bauen. Es gilt, angesichts der Katastrophe dieses Krieges, die Bereitschaft und den Willen zum Frieden zu erneuern und mit Entschiedenheit zu lernen, dass die Sprache des Krieges für uns keine Alternative und keine Option sein darf.“

Mit der Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn am 23. Mai 1915, also vor genau 100 Jahren, war Tirol Schauplatz des Ersten Weltkrieges – die Front ist mitten durch Tirol gelaufen.

"Frieden wollen und suchen"

Vor diesem Hintergrund mahnte der Bischof: „Frieden muss gewollt und gesucht werden! Das Gedenken und Bedenken will und soll die Erinnerung wach halten – um des Friedens willen.“ Gleichzeitig hat Bischof Muser darauf hingewiesen, dass der Krieg nicht auf den Schlachtfeldern, sondern immer in den Gedanken, Gefühlen und Worten der Menschen beginnt.

„Das gemeinsame Gedenken und Bedenken und auch das Zugeben von Schuld mögen uns helfen, Brücken für den Frieden zu bauen – Gott zur Ehre und uns zum Heil“, so Bischof Muser.

stol