Mittwoch, 18. März 2020

14 Tage Isolation für Österreicher, die sich im Bundesland Tirol aufhielten

Das ganze Bundesland Tirol wird jetzt offenbar als Corona-Risikogebiet erachtet. Somit müssen sich nicht nur Heimkehrer aus Risikoländern wie Italien, Iran etc. oder aus den unter Quarantäne gestellten Gebieten in Nordtirol, Vorarlberg und Kärnten für 14 Tage isolieren, sondern alle, die in den letzten zwei Wochen irgendwo im Bundesland Tirol waren. Dies sagte der österreichische Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) auf „Puls 4“.

Wesentlich mehr Verdachtsfälle können überprüft werden.
Wesentlich mehr Verdachtsfälle können überprüft werden. - Foto: © HANS KLAUS TECHT
Kogler erwägt auch eine Verordnung über die Heimquarantäne für alle Heimkehrer aus dem Bundesland Tirol - darunter auch jene, die auf Anweisung des Landesregierung in ihr Heimatbundesland gereist sind. Dass das Bundesland Tirol als Risikogebiet erachtet wird, bestätigte auch Florian Thalhammer von der Abteilung für Infektionen MedUni Wien/AKH. Er berichtete in der „ZiB2“, dass nicht nur Menschen mit Symptomen, die in den Risikostaaten Italien, Iran und China waren, einem SARS-CoV-2-Test unterzogen werden, sondern derzeit auch Tirol zu diesen Risikogebieten zählt.

Das Bundesland Tirol hat am Dienstagabend zwei weitere Gemeinden - Sölden im Ötztal sowie St. Christoph am Arlberg - unter Quarantäne gestellt. Bereits in der Vorwoche waren St. Anton am Arlberg und die Paznauner Gemeinden Galtür, Ischgl, Kappl und See gesperrt worden.

Schnellere Tests

Tests auf SARS-CoV-2 können jetzt wesentlich schneller durchgeführt werden: Das Wiener Allgemeine Krankenhaus hat mittlerweile Tests, die nur mehr 90 Minuten dauern, berichtete Florian Thalhammer von der Abteilung für Infektionen MedUni Wien/AKH Dienstag in der „ZiB2“. Und: Derzeit sei auch Tirol Risikogebiet - und der Aufenthalt in einem Risikogebiet ist die Voraussetzung für einen Test.

Bisher dauerte es mehr als vier Stunden an reiner Laborzeit, bis nach einem Abstrich ein Ergebnis vorlag. Mit 90 Minuten Dauer können wesentlich mehr Verdachtsfälle überprüft werden. Dennoch bleibt es laut Thalhammer dabei, dass neben entsprechenden Symptomen auch ein Aufenthalt in eine Risikogebiet samt Risikokontakten gegeben sein muss, damit getestet wird. Das waren bisher Aufenthalte in Italien und im Iran. Und jetzt zählt auch Tirol dazu, sagte Thalhammer auf Nachfrage.

Kritik, dass es zu wenig Tests gebe oder man zu lange warten müsse, hielt er entgegen, dass die Testkapazitäten generell hochgefahren worden seien. Mittlerweile gebe es viele Anbieter und so stünden ausreichend Tests zur Verfügung.

apa

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