<BR />Veröffentlicht wurde das neue Werbesujet vor wenigen Tagen: „Tirol ist nicht Südtirol“ lautet das Motto. Man würde Südtirol zwar lieben, aber es handle sich um ein anderes Land. Anschließend wird eine Gegenüberstellung angeführt, wie sich die beiden Länder angeblich unterscheiden würden. <BR /><BR />Dem Post zufolge steht Nordtirol für Kaiserschmarrn, Knödel und klassische Alpenstimmung, Südtirol hingegen für Pasta, Wein und italienisches Flair. Außerdem habe man in Südtirol einen unverständlichen Dialekt. Die Empörung über den Werbebeitrag ist sowohl in Südtirol als auch in Nordtirol groß.<BR /><BR /> „Ich halte den Social-Media-Post für missglückt, finde es aber völlig überzogen, deshalb quasi an der Tiroler Landeseinheit zu zweifeln“, reagiert Landeshauptmann Arno Kompatscher. „Landeshauptmann Anton Mattle hat aus meiner Sicht bereits die richtigen Worte gefunden. Damit ist das Thema für mich ad acta gelegt.“ <BR /><BR />Mattle hatte sich umgehend von der Werbung, die auf der Homepage der Tirol Werbung veröffentlicht worden war, distanziert. „Dieses Sujet der Tirol Werbung entspricht nicht dem Euregio-Gedanken, nicht der Zielsetzung der Tiroler Euregio-Präsidentschaft und nicht meinem persönlichen Zugang“, so Mattle auf Anfrage des ORF. Südtirol sei ein Partner und Freund, kein Konkurrent oder Gegner.<h3> Kein Kommentar der IDM Südtirol</h3>Ähnlich wie Kompatscher reagiert auch Tourismuslandesrat Luis Walcher. „Ich bin enttäuscht und empört“, sagt er in einer ersten Reaktion. Als Südtiroler, der nach wie vor die Tiroler Werte hochhält, findet er es mehr als bedauerlich, dass die Tirol Werbung auf diese Art und Weise um Touristen buhlt. „Das hätten die Tiroler Touristiker, ehrlich gesagt, nicht nötig“, meint er. Was er noch zu bedenken gibt, ist die Tatsache, dass das Land Südtirol viel Geld in die Hand nimmt, um die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino auf sichere Beine zu stellen, damit die gemeinsame Vergangenheit hervorgehoben und die Zusammenarbeit gepflegt wird.<BR /><BR /> „Ich werde mich auf institutioneller Ebene dafür starkmachen, dass derartige Aktionen in Zukunft nicht mehr passieren“, sagt Walcher. Dass der Tiroler Landeshauptmann Toni Mattle bereits reagiert und dafür gesorgt hat, dass die fragwürdige Werbung wieder aus dem Netz verschwindet, bezeichnet Walcher als „löblich und konsequent“. <BR /><BR />In der IDM, dem Südtiroler Pendant zur Tirol Werbung, will man keinen Kommentar zu den umstrittenen Posts abgeben. Dafür hat sich mittlerweile die Tirol Werbung selbst zu Wort gemeldet. Man wollte einem Trend auf Instagram folgen, in dem sich Destinationen vorstellen und humorvoll vergleichen, hieß es gegenüber der „Kronen Zeitung“. Dies sei jedoch nicht gelungen und der besonderen Beziehung zwischen Tirol und Südtirol in keiner Weise gerecht geworden.