Dienstag, 22. Dezember 2015

Tiroler Schrebergartenleiche: 44-Jähriger wegen Mordes angeklagt

Der zuletzt in Südtirol wohnhafte Agostino Heinrich Kessler (44), der beschuldigt wird den Innsbrucker Helmut Herburger (59) getötet und im Schrebergarten verscharrt zu haben, muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten.

Das Opfer Helmut Herburger (l.) wurde tot aufgefunden. Der Tatverdächtige Agostino Heinrich Kessler (r.) wird wegen Mordes angeklagt.
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Das Opfer Helmut Herburger (l.) wurde tot aufgefunden. Der Tatverdächtige Agostino Heinrich Kessler (r.) wird wegen Mordes angeklagt.

Agostino Heinrich Kessler legt die Staatsanwaltschaft zur Last, sein Opfer vorsätzlich getötet zu haben, indem er ihm mehrfach einen Stein auf den Kopf geschlagen habe. Dabei habe sich der gebürtige Deutsche mit italienischer Staatsbürgerschaft zwar in einem mittlemäßigen Rauschzustand befunden, sei aber zurechnungsfähig gewesen.

Der 44-jährige Täter gab an, den Innsbrucker wegen eines "sexuellen Annäherungsversuches" erschlagen zu haben. Im Mai hatte der Mann vor der Haftrichterin ein Geständnis abgelegt, jedoch die Tötungsabsicht bestritten.

Hat noch die Katze des Opfers gefüttert

Nach der Tat soll der Beschuldigte laut Staatsanwaltschaft noch in die Wohnung seines Opfers gefahren sein, um die Katze zu füttern. Den Hund des 59-Jährigen soll er zunächst mitgenommen, ihn dann aber in Kufstein auf seiner Flucht nach Bayern ausgesetzt haben.

Mit in Bozen gestohlenem Auto unterwegs

Das 59-jährige Opfer Helmut Herburger aus Innsbruck war Ende März von seinem Sohn als vermisst gemeldet worden. Zunächst galt Agostino Heinrich Kessler noch als Zeuge, später fahndeten die Ermittler mit einem Europäischen Haftbefehl nach dem Mann (STOL hat berichtet)
Der gebürtige Deutsche soll mit einem am 9. Februar in Bozen gestohlenen Opel Corsa mit dem italienischen Kennzeichen „CM 805 TY“ unterwegs gewesen sein.

Kessler hatte nach einem Aufenthalt in Südtirol in der Schrebergartenhütte des Innsbrucker gewohnt und war laut Ermittlungen der letzte der den 59-Jährigen lebend gesehen hatte.

Kameramann entdeckt Leiche

Nach der Leiche des 59-Jährigen war zunächst mehrere Wochen gesucht worden, ehe sie ein Kameramann zufällig bei Dreharbeiten in dem Schrebergarten entdeckte (STOL hat berichtet).

Eine Woche später, am 23. April, wurde der Tatverdächtige schließlich in der Nähe einer Pension in München-Ramersdorf festgenommen, wo er untergetaucht war. 

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Beschuldigten Anklage erhoben. Ein Verhandlungstermin stand noch nicht fest, da die Einspruchsfrist noch lief, sagte der Sprecher der Anklagebehörde, Hansjörg Mayr.

stol/apa/ker

stol