Vertreten waren Abordnungen der Länder des historischen Tirols, dem heutigen Bundesland Tirol, sowie aus Südtirol und dem Trentino.Neben dem Nordtiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP), nahmen auch Kulturlandesrätin Sabina Kasslatter Mur sowie der Trentiner Kulturlandesrat Franco Panizza teil. Gemeinsam schritten sie die Ehrenformation ab.Vor dem Festakt am Landhausplatz waren Hunderte Teilnehmer ausrückender Verbände vom Landestheater durch die Innenstadt zum Veranstaltungsort gezogen. Angeführt wurden sie dabei von der Militärmusik Tirol und der Ehrenkompanie Jerzens im Pitztal. In historischen Kostümen und mit der Unterstützung von Pferden, Falken, einem Adler und deutschen Doggen wurde das „Landlibell“ am Landhausplatz dargestellt. Dabei wurde die Kaiserurkunde feierlich verlesen.In einer wegen dem schlechten Wetters sehr kurz gehalten Ansprache bezeichnete Platter das Landlibell als „die Geburtsurkunde der Tiroler Schützen“. Nach dem Großen Österreichischen Zapfenstreich, der unter teils starkem Regen stattfand, wurde die Militärmusik mit dem Befehl „auf dem schnellsten Weg abrücken“, vom Landeschef verabschiedet.In der vergangenen Woche hatten die drei Länder im Trentino einen Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) ins Leben gerufen. Die Euregio besitzt damit eine eigene Rechtspersönlichkeit. Erster Präsident ist für 24 Monate der Südtiroler Landeschef Luis Durnwalder. Sitz des gemeinsamen Büros ist Bozen.Bei dem Landlibell handelt es sich um eine feierliche Kaiserurkunde für die Tiroler Landstände. Erlassen wurde dieses Dokument am 23. Juni 1511 von Maximillian I. Das seit der Mitte des 16. Jahrhunderts von den Tiroler Ständen als eine der Landesfreiheiten verstandene Landlibell regelte die Organisation der Landesverteidigung durch die Aufgebote der städtischen und ländlichen Bevölkerung sowie die Aufteilung der Mannschaftskontingente. Damit wurde es auch zur Grundlage des Tiroler Steuerwesens.apa