Die 59-jährige Tochter und deren 31-jähriger Sohn müssen sich ein knappes halbes Jahr nach dem Tod der Mutter bzw. Oma nun vor Gericht verantworten.<BR /><BR />Die 85-Jährige, die an Kreislaufbeschwerden litte, war am 18. Mai in der Früh in der Küche ihres Hauses in Dölsach gestürzt und hat aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen können. Ihre 59-jährige Tochter und deren 31-jähriger Sohn, die mit ihr wohnen und die einzigen Betreuungspersonen waren, hätten die gebrechliche Seniorin laut Anklage eine Woche lang einfach auf dem Küchenboden liegen lassen und keine Hilfe geholt. <BR /><BR />Die beiden Angeklagten sollen die 85-Jährige zwar in diesem Zeitraum mit ein wenig Nahrung und Flüssigkeit versorgt haben, jedoch verstarb diese am 26. Mai an den Folgen eines Flüssigkeitsmangels in der Wohnung. Sie sei in der Küche in ihren Exkrementen liegend aufgefunden worden, erklärte eine Sprecherin des Innsbrucker Landesgerichtes. <BR /><BR />Der Tochter und dem Enkelsohn soll der Gesundheitszustand der Frau bewusst gewesen sein, jedoch soll diese fehlenden Lebenswillen geäußert haben. Angeblich soll die 85-Jährige abgelehnt haben, dass die Angehörigen den Arzt verständigen. <BR /><BR />Nun müssen sich die 59-Jährige und ihr 31-jähriger Sohn vor Gericht verantworten. Der Prozess beginnt am 4. November am Landesgericht in Innsbruck. Dort müssen sich beide wegen des Vorwurfs des Quälens oder der Vernachlässigung einer unmündigen oder wehrlosen Person verantworten. Da die mutmaßliche Tat den Tod des Opfers zufolge hatte, drohen beiden im Falle einer Verurteilung zwischen einem und zehn Jahre Haft.