Die eisigen Temperaturen einer Jännernacht sind Sabine Rockel, die in Wolkenstein auf Urlaub war, zum Verhängnis geworden. Nachdem die 64-Jährige unglücklich gestürzt war, blieb sie unentdeckt in der Kälte liegen und erfror. <BR /><BR />Das soll die Autopsie ergeben haben, die der Rechtsmediziner im Auftrag der Bozner Staatsanwaltschaft durchgeführt hat. Wie berichtet, ermittelt diese wegen des Verdachts auf Im-Stich-Lassen einer hilfsbedürftigen Person (Art. 591 StGB) – vorerst gegen unbekannt. Vorerst war nicht bekannt, ob schon Erkenntnisse vorliegen, wie lange Sabine Rockel der Kälte ausgesetzt war. Fest stehen soll jedenfalls, dass es bei ihrem Tod keine Fremdeinwirkung im Spiel war: Sie starb infolge einer Verkettung tragischer Umstände.<h3> Überlebte die Nacht bei minus 11 Grad</h3>Doch von vorn: Sabine Rockel war mit einer achtköpfigen Gruppe aus Berlin nach Wolkenstein gekommen. Innerhalb weniger Tage wurde die Urlauberin gleich zweimal als vermisst gemeldet – erstmals am Montag. Da hatte sie sich von ihrer Wandergruppe getrennt. Als sie am Abend nicht in ihre Unterkunft zurückkehrte, schlugen die anderen Alarm. Sofort wurde eine Suchaktion eingeleitet, an der 105 Einsatzkräfte und vier Suchhunde teilnahmen. Auch zwei Drohnen kamen zum Einsatz. Dienstagfrüh endete die Suche mit der Auffindung der Vermissten – es schien wie ein Wunder: Die Frau hatte die Nacht im Wald bei Temperaturen von minus elf Grad nahezu unversehrt überstanden. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/groeden-64-jaehrige-touristin-ueberlebt-eiskalte-nacht-im-wald-ein-wunder" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(STOL hat berichtet)</a><BR /><BR />Doch bereits am Mittwoch wurde Sabine Rockel erneut als abgängig gemeldet. Wieder beteiligte sich ein Großaufgebot an Bergrettern, Feuerwehrleuten und einer Hundestaffel an der Suche. Doch diese blieb vorerst erfolglos. Auch am Donnerstag fehlte noch jede Spur von Sabine Rockel. Dann endlich – Freitagfrüh – wurde die 64-Jährige gefunden, doch für sie kam längst jede Hilfe zu spät. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/groeden-sabine-rockel-64-tot-aufgefunden-ermittlungen-laufen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier lesen Sie mehr dazu)</a><h3> Körper von Schnee bedeckt</h3>Ihr lebloser Körper lag hinter dem Postamt von St. Christina, wo sie mehrere Meter in die Tiefe gestürzt war. Ein Mitarbeiter hatte die Frau entdeckt. Sie trug keine Schuhe, ihr Körper war von einer Schneeschicht bedeckt. Dies legt die Vermutung nahe, dass die 64-Jährige bereits in der Nacht auf Donnerstag ums Leben gekommen sein dürfte, da es in dieser Nacht geschneit hatte.<BR /><BR />Der ursprüngliche Verdacht, dass Sabine Rockel sich durch den Sturz tödliche Verletzungen zugezogen haben könnte, soll sich nicht bestätigt haben. Vielmehr dürfte sie infolge des Sturzes nicht mehr imstande gewesen sein, sich zu bewegen oder um Hilfe zu rufen, um auf sich aufmerksam zu machen. So blieb sie der nächtlichen Kälte wehrlos ausgesetzt, bis sie ihr schließlich erlag. <BR /><BR />Die Ermittlungen der Bozner Staatsanwaltschaft zielen darauf ab, zu klären, ob der Tod der 64-Jährigen hätte verhindert werden können. Die Carabinieri hörten dazu bereits etliche Personen an, die zu den letzten Stunden, bevor Sabine Rockel verschwand, zweckdienliche Hinweise haben könnten.