Mittwoch, 04. September 2019

Tod in Brasilien: Bozner wohl in Drogengeschäfte verwickelt

Bei einer im brasilianischen Bundesstaat Bahia gefundenen verkohlten Leiche soll es sich wie berichtet um den gebürtigen Bozner Luca Romania (41) handeln. Wie brasilianische Medien berichten, sei dieser der brasilianischen Justiz durchaus kein Unbekannter. Und auch in Italien wurde gegen den Mann ermittelt.

ür die brasilianischen Ermittler war der 41-jährige Bozner kein Unbekannter, schreibt die bahianische Tageszeitung „Correio“ in ihrer Online-Ausgabe vom Dienstag.
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ür die brasilianischen Ermittler war der 41-jährige Bozner kein Unbekannter, schreibt die bahianische Tageszeitung „Correio“ in ihrer Online-Ausgabe vom Dienstag. - Foto: © shutterstock

Der verkohlte Leichnam war am 25. August in einem Auto bei Simões Filho bei Salvador entdeckt worden. Zuletzt lebend gesehen hatte man Romania tags zuvor in einem Einkaufszentrum in Salvador. Danach verliert sich seine Spur.  (STOL hat berichtet) 

Den brasilianischen Ermittlern war der 41-Jährige bereits aus anderen Zusammenhängen kein Unbekannter, schreibt die bahianische Tageszeitung „Correio“ in ihrer Online-Ausgabe von gestern. Demnach soll gegen Luca Romania in der Vergangenheit von italienischen Behörden wegen internationalen Drogenhandels ermittelt worden sein. In Brasilien war er hingegen bereits vom Gericht des Staates Bahia wegen Beteiligung an einem Drogenring in erster Instanz verurteilt worden.

2007 soll es von italienischer Seite – von der Staatsanwaltschaft Catania – ein Rechtshilfeansuchen gegeben haben. Romania sollte zu einer möglichen Verwicklung in internationale Drogengeschäfte befragt werden. Hinweise darauf soll es aus einer Unterhaltung mit einem Onkel Romanias gegeben haben.

Drogengeschäfte und häusliche Gewalt

Im gleichen Jahr 2007 soll Romania laut „Correio“ auf frischer Tat beim Handel mit Drogen ertappt worden sein. Er wurde daraufhin in erster Instanz zu 6 Jahren Haft verurteilt, die Strafe wurde später zum Hausarrest reduziert. In zweiter Instanz erreichte die Verteidigung eine „Freilassung aus widerrechtlicher Haft“, die Tat war mittlerweile verjährt.

Zudem liefen gegen ihn 2 weitere Prozesse, einer wegen häuslicher Gewalt an seinem Sohn, den er gemeinsam mit seiner bahianischen Frau hatte. Ein zweiter betraf das Sorgerecht für den Buben, eine Anhörung in diesem Fall war für den heutigen Tag um 10.30 Uhr angesetzt gewesen.

Der verkohlte Leichnam Romanias soll in einem Auto in Simões Filho gefunden worden sein. Zumindest sagte dies eine Verwandte des Opfers gegenüber der Tageszeitung „Correio“ aus. Nicht erklären konnte die Frau, wieso die Angehörigen sich sicher sind, dass es sich bei den Überresten um Luca Romania handelt: Eine Identifizierung über Fingerabdrücke ist nicht mehr möglich, nun müssen eine DNA-Analyse oder Vergleiche mit Gebiss-Aufnahmen helfen.
Romania soll erst vor wenigen Wochen seiner Heimat Bozen einen Besuch abgestattet haben.

D/ih

stol