War es der Elektroschock, oder gibt es eine andere Ursache für den Tod eines 42-jährigen Mannes aus Apulien? Die Ermittlungen dahingehend laufen. Der Pathologe soll die Antwort auf die Frage liefern. <BR /><BR />Wie berichtet, hatte der 42-Jährige selbst die Carabinieri alarmiert, war dann aber vor ihnen geflüchtet, indem er aus dem Fenster sprang. In der Folge soll er die Beamten attackiert haben. Um ihn ruhigzustellen, setzen diese einen Taser ein. Kurz darauf klagte der Mann über Unwohlsein. Eine Stunde später erlitt er einen Herz-Kreislaufstillstand. <BR /><BR />„Der Taser gilt als die am wenigsten tödliche Waffe der Welt. Er bewirkt eine neuromuskuläre Ruhigstellung der Person für 5 Sekunden“, sagt Francesco Bernardini von Axon Italia – der Firma, die den Taser herstellt. Über 800 unabhängige Studien und mehr als 8 Mio. Einsätze in 25 Jahren hätten einen Zusammenhang zwischen Herzinfarkten und dem Einsatz des Geräts ausgeschlossen. <BR /><BR />Allerdings gibt es offenbar Ausnahmefälle, wie in einem ministeriellen Rundmail zum Gebrauch des Elektroschockers betont wird. Mit Berufung auf die Oberste italienische Gesundheitsbehörde wird „ein absolutes Verbot des Einsatzes von Elektroschockern im Rahmen einer ärztlichen Zwangsbehandlung“ hervorgehoben, „da Personen, die unter Drogen-, Medikamenten- oder Alkoholeinfluss stehen, besonders anfällig für veränderte Elektroreizschwellen sind“. Insofern kommt dem toxikologischen Gutachten, das erst in etwa 10 Tagen vorliegen wird, eine Schlüsselrolle zu. Im Zimmer des 42-Jährigen hatten die Carabinieri Drogen und Alkohol gefunden – nun ist zu sehen, ob diese Substanzen im Körper gefunden werden, was die Verwirrung des Mannes erklären würde. <BR /><BR />Die Carabinieri-Gewerkschaft NSC hebt indes in einer Aussendung hervor, dass der Mann gefährlich gewesen sei und die Carabinieri angegriffen habe. Er habe „einen Kampf begonnen, bei dem der Taser eingesetzt werden musste. Wir sind zuversichtlich, dass es keinerlei Konsequenzen für die Einsatzkräfte gibt“, so die Gewerkschafter.