Donnerstag, 19. Mai 2016

Tod nach vertauschter Spritze: Ärztin verurteilt

Eine Ärztin ist im Grazer Straflandesgericht am Mittwochabend wegen fahrlässiger Tötung zu sechs Monaten Haft sowie einer Geldstrafe von 12.000 Euro verurteilt worden. Sie soll den Tod eines Grazer Unternehmers verursacht haben, weil sie im Zuge einer Krebstherapie eine Spritze, die für die Vene bestimmt war, ins Rückenmark verabreicht haben soll.

Die Tatsache, dass eine Spritze ins Rückenmark statt in die Vene verabreicht wurde, hatte den Tod eines Patienten und nun die Verurteilung einer Ärztin zur Folge.
Die Tatsache, dass eine Spritze ins Rückenmark statt in die Vene verabreicht wurde, hatte den Tod eines Patienten und nun die Verurteilung einer Ärztin zur Folge. - Foto: © shutterstock

Am 3. Dezember 2013 kam ein prominenter Grazer Firmenchef ins Landeskrankenhaus, um seine Leukämie-Therapie fortzusetzen. Doch die Neurologin, die ihm eine Spritze ins Rückenmark geben sollte, kontrollierte die neben dem Patienten liegenden Injektionen nicht. Sie nahm beide Spritzen und verabreichte sie ins Rückenmark – obwohl eine für die Vene bestimmt war. Der 83-jährige Patient fiel daraufhin ins Koma und starb einen Tag vor Weihnachten.

Die Ärztin wurde am Mittwoch nach zwei Verhandlungstagen am Grazer Gericht zu sechs Monaten bedingter Haft und 12.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Die beiden ebenfalls angeklagten leitenden Ärzte – einer war zum Zeitpunkt des Vorfalls bereits drei Monate in Pension, der zweite erst seit derselben Zeit im Amt – wurden freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

apa

stol