Zwei Jahre nach dem Tod von Alex Marangon bereitet sich die Familie laut der Tageszeitung „l'Adige“ darauf vor, sich gegen den Antrag auf Einstellung des Verfahrens zu wehren, den die Staatsanwaltschaft Treviso gestellt hat. <BR /><BR />Für die Mutter Sabrina Bosser bleiben – wie die Zeitung „La Stampa“ berichtet – zu viele offene Fragen zum Tod ihres Sohnes, weshalb die Ermittlungen aus ihrer Sicht nicht als abgeschlossen gelten können.<h3> Mutter glaubt nicht an Suizid</h3>Nach Darstellung der Ermittler soll der damals 25-Jährige freiwillig das Geländer der Terrasse der Abtei Santa Bona in Vidor (Provinz Treviso) überstiegen haben und aus etwa 15 Metern Höhe gestürzt sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass dies möglicherweise in einem Zustand der Beeinträchtigung durch die Einnahme von Ayahuasca und Kokain geschehen sein könnte. Daher wurde die Einstellung sowohl des Verfahrens wegen Todes als Folge einer anderen Straftat als auch des Verfahrens wegen vorsätzlichen Mordes gegen Unbekannte beantragt.<BR /><BR />Diese Version weist die Mutter entschieden zurück. Sie betont, ihr Sohn habe kein Kokain konsumiert, und vermutet, dass eine mögliche Aufnahme der Substanz unbeabsichtigt erfolgt sein könnte – etwa über Ayahuasca oder das Rapé, das er ausprobieren wollte. Als Unterstützung verweist sie auf persönliche Notizen ihres Sohnes, in denen er seine Erfahrungen mit diesen Praktiken festgehalten habe, ohne jeglichen Hinweis auf Kokain.<BR /><BR />Die Familie stellt zudem die Glaubwürdigkeit der Aussagen anderer Teilnehmer des Treffens infrage. Mehrere der Anwesenden hätten nach Angaben der Angehörigen im Verlauf des Abends selbst Drogen konsumiert.<h3> Fragen rund um Verschwinden von Alex Maragon weiter offen</h3>Auch die Umstände rund um das Verschwinden von Alex Marangon bleiben aus Sicht der Familie ungeklärt. Laut der Mutter wurde die Polizei erst mehrere Stunden nach dem Vorfall informiert, während die Angehörigen erst am folgenden Morgen verständigt wurden. Als die Familie die Abtei erreichte, hatten bereits die meisten Teilnehmer den Ort verlassen.<BR /><BR />Zudem verweist Bosser auf die Aussage eines Zeugen, wonach während einer Meditationsphase plötzlich die Musik aufgehört habe und Alex Marangon gemeinsam mit anderen Personen verschwunden sei. Derselbe Zeuge habe außerdem berichtet, er sei aufgefordert worden, nicht hinauszugehen, um zu prüfen, was geschehen sei.<h3>Verletzungen nicht durch Sturz sondern Gewalt?</h3>Auch die Verletzungen am Körper des 25-Jährigen seien nach Ansicht der Familie ein zentraler ungeklärter Punkt. Von den beauftragten Gutachtern werde die These vertreten, die Verletzungen seien eher mit einer möglichen Gewalteinwirkung als mit einem Sturz vereinbar. Zudem gehe aus der Autopsie hervor, dass der junge Mann nicht unmittelbar beim Aufprall gestorben sei.<BR /><BR />Die Mutter erinnert außerdem daran, dass sich ihr Sohn nach gesundheitlichen Problemen der alternativen Medizin zugewandt habe und in diesem Umfeld auch jene Personen kennengelernt habe, die ihn zu dem Treffen eingeladen hätten.<BR /><BR />Die Entscheidung liegt nun beim Richter. Die Familie kündigt an, formell Einspruch gegen die Einstellung des Verfahrens einzulegen und weitere Ermittlungen zu den genauen Umständen des Todes von Alex Marangon zu fordern.