Die im Fall ermittelnden Staatsanwälte in Florenz prüfen einen weiteren möglichen Todesfall im Umfeld des tatverdächtigen Lebensgefährten der Berlinerin, einen 51-jährigen Gastronom. Im Fokus steht der Tod einer 40-jährigen peruanischen Pflegekraft, die die Mutter des inzwischen inhaftierten Mannes betreute, wie die Florentiner Tageszeitung „La Nazione“ berichtete. <BR /><BR />Die Pflegekraft wurde Ende Dezember 2024 leblos in der Wohnung der Mutter des Verdächtigten in Montorsoli bei Florenz gefunden. Nach Angaben aus dem Umfeld der Frau befanden sich Frankas Lebensgefährte und seine Mutter zum Zeitpunkt des Todes in einem angrenzenden Zimmer. Milza alarmierte die Rettungskräfte, die jedoch nur noch den Tod der Peruanerin feststellen konnten. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob es sich um einen natürlichen Tod handelte oder ob ein Zusammenhang mit einem möglichen Gewaltverbrechen besteht.<BR /><BR />Die Peruanerin litt an einer Erkrankung der Blutplättchen, für die ihr ein größerer chirurgischer Eingriff in Aussicht gestellt worden war. Laut Ermittlungsakten soll Milza sie Monate vor ihrem Tod dazu gedrängt haben, eine Lebensversicherung abzuschließen, um ihre in Peru lebenden Kinder abzusichern. Begünstigter der Police sei Milza gewesen, der zugesagt hatte, das Geld im Todesfall an die Familie weiterzuleiten.<BR /><BR />Freunde und Angehörige berichteten den Ermittlern, die Peruanerin habe Monate vor ihrem Tod Angst vor Milza entwickelt. Sie habe erzählt, er habe seiner Mutter ohne deren Wissen höhere Dosen eines Beruhigungsmittels verabreicht als ärztlich verordnet. In Nachrichten an Freundinnen äußerte die Pflegekraft zudem den Verdacht, ihr könnten ebenfalls sedierende Medikamente verabreicht worden sein.<BR /><BR />Nach ihrem Tod soll das Mobiltelefon der Frau manipuliert worden sein. Laut Ermittlern habe Milza ich kurz darauf um die Auszahlung der Lebensversicherung bemüht. Auch Äußerungen des Mannes aus späteren Gesprächen mit seiner Mutter, die in den Akten dokumentiert sind, verstärken aus Sicht der Staatsanwaltschaft den Verdacht eines finanziellen Motivs hinter dem Tod der Peruanerin.<h3> Lebensgefährte in U-Haft</h3>Emiliano Milza, der in einer Strafanstalt in Florenz in Untersuchungshaft sitzt, wird vorgeworfen, seine Partnerin Franka Ludwig aus Habgier getötet zu haben. Die 52-Jährige war im Sommer 2025 tot auf einem Bergpfad im Gemeindegebiet von San Godenzo in der Provinz Florenz leblos aufgefunden worden. <BR /><BR />Die Leiche der nach Italien gezogenen Kosmetikerin und Mutter eines sechsjährigen Jungen wurde von einer zufällig vorbeikommenden Person in einem Wald entlang einer unbefestigten Straße entdeckt, die in Richtung Berg Falterona führt, einem etwa 50 Kilometer von Florenz entfernten Urlaubsort im Gemeindegebiet von San Godenzo. Die Ermittler vermuten, dass der Lebensgefährte den Plan zur Tötung der Frau entworfen habe - Franka Ludwig soll dann von der Freundin mit einem Stein getötet worden sein.<h3> Auf Lebensversicherungen in Millionenhöhe abgesehen</h3>Laut den Ermittlern sollen die beiden Verdächtigten die Tat organisiert haben, um Lebensversicherungen in Millionenhöhe zu kassieren, die das Opfer zugunsten des kleinen Sohnes und des Lebensgefährten abgeschlossen hatte. Die beiden Beschuldigten sollen bereits versucht haben, die Lebensversicherungen einzulösen - offenbar mit Hilfe einer Komplizin, die angezeigt worden ist. Der Lebensgefährte hatte die Berlinerin im Jahr 2016 kennengelernt. Danach soll er sie schrittweise umgarnt und manipuliert haben, bis er sie sogar dazu brachte, mittels heterologer Eizellspende ein Kind zu zeugen, das Anfang 2025 geboren wurde - ausschließlich mit dem Ziel, ihr Geld zu entziehen. <BR /><BR />Einen Monat nach der Geburt des Sohnes hatte der Italiener seine Partnerin überredet, fünf Lebensversicherungen mit einer speziellen Klausel zur Verdreifachung der Versicherungssumme im Falle eines Todes durch einen Unfall abzuschließen, was zu einer Gesamtentschädigung der Hinterbliebenen von über drei Millionen Euro geführt hätte. Der Lebensgefährte konnte mit der Komplizenschaft eines Arbeitsberaters aus Florenz rechnen, gegen den jetzt wegen Beihilfe zum Versicherungsbetrug ermittelt wird. Dieser soll dem Festgenommenen dabei geholfen haben, die Versicherungsgesellschaften ausfindig zu machen, an die er sich zum Abschluss der Policen wenden konnte.<BR /><BR />Die deutsche Freundin sollen Franka Ludwig zunächst mit Benzodiazepinen betäubt, anschließend auf den Wanderweg gebracht und dort getötet haben, indem sie ihr mit einem Stein auf den Kopf schlugen. Rund um den Leichnam befand sich viel Blut; schwere Kopfverletzungen wurden laut Autopsie als Todesursache festgestellt. Ein Sturz oder ein Zusammenstoß mit einem auf dem Weg vorbeifahrenden Fahrzeug konnte ausgeschlossen werden.