Samstag, 19. September 2020

Badeunfall im Bozner Lido: Tod von Bub zu den Akten

Der Tod eines 4-Jährigen im Bozner Lido war ein Badeunfall, für den niemanden eine Mitschuld trifft. Zu diesem Schluss ist die Staatsanwaltschaft nach Abschluss der Ermittlungen gekommen und beantragt die Einstellung des Verfahrens. Der Anwalt der Eltern legt dagegen Widerspruch ein.

Die Staatsanwaltschaft ist zum Schluss gekommen, dass es sich beim Tod eines 4-jährigen Buben im Bozner Lido um einen Badeunfall handelte, an dem niemand Schuld oder eine Teilschuld trägt.
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Die Staatsanwaltschaft ist zum Schluss gekommen, dass es sich beim Tod eines 4-jährigen Buben im Bozner Lido um einen Badeunfall handelte, an dem niemand Schuld oder eine Teilschuld trägt. - Foto: © DLife
Ereignet hat sich der tragische Unfall am 6. Juli dieses Jahres. Die Eltern des Buben, sie stammen aus Albanien, hatten bei einem Bademeister Alarm geschlagen, nachdem sie ihren 4-jährigen Sohn nicht mehr finden konnten.

Der Bub wurde schließlich bewusstlos unter Wasser in einem aufgrund von Corona-Auflagen abgesperrten Becken gefunden. Das Kind konnte zwar reanimiert werden und wurde intubiert in eine Spezialklinik nach Vicenza gebracht. Doch er sollte das Bewusstsein nicht mehr wiedererlangen. 4 Tage nach dem tragischen Unglück hatten die Ärzte den 4-Jährigen für klinisch tot erklärt.

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Sicherheitsvorkehrungen Gegenstand der Untersuchungen

Die Staatsanwaltschaft von Bozen hatte Ermittlungen aufgenommen, wie es zu dem Unfall mit tödlichem Ausgang hat kommen können. Gegenstand der Untersuchungen waren die Sicherheitsvorkehrungen, vor allem die Absperrung des gesperrten Bereiches, aber auch die Turnusse der Bademeister bzw. wo diese sich zum Zeitpunkt des Unfalles aufgehalten hatten. Auch wurde geschaut, ob es Bereiche gab, die von den Bademeistern nicht eingesehen werden konnten.

Nach Abschluss der Ermittlungen ist die Staatsanwaltschaft zum Schluss gekommen, dass es sich beim Tod des 4-Jährigen um ein tragisches Unglück gehandelt habe. Für die Erhärtung der These auf fahrlässige Tötung habe man keinerlei Element gefunden, das eine Teilschuld oder gar Schuld am Unglück belegen würde. Demzufolge hat die Staatsanwaltschaft die Archivierung des Falles beantragt.

Dagegen legt der Anwalt der Eltern Widerspruch ein. Demzufolge sei die Absperrung nicht ausreichend gewesen, und es habe in dem Bereich keinerlei Kontrollen gegeben. Zudem hätte das gesperrte 1,20 Meter tiefe Becken geleert werden müssen. Die Entscheidung liegt nun beim Richter.

em

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