Sonntag, 03. Januar 2021

Tod von Bunga-Bunga-Model in Mailand: Ermittlungen werden fortgesetzt

Eine Mailänder Untersuchungsrichterin hat sich gegen die Einstellung der Untersuchung um den rätselhaften Tod des marokkanischen Models und Zeugin in einem Prozess gegen Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi im März 2019 ausgesprochen.

Die Ermittlungen nach Imane Fadils Tod gehen weiter.
Die Ermittlungen nach Imane Fadils Tod gehen weiter. - Foto: © ANSA / MATTEO BAZZI / Z57
Die Mailänder Staatsanwaltschaft hatte das Ende der Untersuchung beantragt. Nun gab die Untersuchungsrichterin allerdings einem Antrag der Familie des Opfers statt.

Laut der Untersuchungsrichterin besteht fundierter Verdacht von Ärztefehlern bei der Behandlung der 33-jährigen Iman Fadil, die am 1. März 2019 nach mehrwöchigem Koma im Krankenhaus gestorben war.

Das Model hatte 2012 bei einem Prozess gegen Berlusconi ausgesagt, der mit dem Freispruch des Mailänder Großunternehmers endete. Fadil hatte über die Abende mit jungen Frauen berichtet, die Berlusconi in seiner Mailänder Residenz in Arcore organisierte. Gegen Berlusconi läuft zurzeit noch ein Prozess wegen Zeugenbestechung im „Bunga-Bunga“-Fall.

Vergiftungsverdacht nicht bewiesen


Im September 2019 hatten die Ermittler festgestellt, dass Fadil an einer seltenen Krankheit, einer Form von Knochenmarkschwund, gestorben sei, die jedoch erst 3 Tage vor ihrem Tod von den Ärzten einer Mailänder Klinik diagnostiziert wurde. Der Verdacht, dass das Model mit Schwermetallen oder radioaktiven Substanzen vergiftet worden sei, ließ sich nicht beweisen.

Daraufhin hatte die Mailänder Staatsanwaltschaft die Einstellung der Ermittlungen wegen Mordes beschlossen. Sie hatte auch Ärztefehler ausgeschlossen, was die Familie des Opfers jedoch bestreitet. Jetzt soll die Untersuchung um weitere 6 Monate verlängert werden.

apa/stol