Giorgio di Fusco, Busfahrer bei Trentino Trasporti war am Montagmorgen, dem 15. September, wie so oft während der morgendlichen Schülertransportzeit im Dienst. <BR /><BR />Er erinnert sich und berichtet gegenüber dem „L'Adige“: „Ich wartete gerade darauf, dass alle Schüler eingestiegen waren, als ich das Hupen des Müllwagens hörte, der von der Kreuzung bei Giustino kam, um auf die Staatsstraße einzubiegen. Zunächst dachte ich, er grüße jemanden, doch in Wirklichkeit wollte er das schwere Fahrzeug vor den Mädchen, die gerade die Straße überquerten, warnen.“<BR /><BR />Di Fusco, langjähriger Fahrer bei Trentino Trasporti, war also unmittelbar am Ort des Geschehens, während er auf eine Gruppe von Schülerinnen wartete, die in Eile waren, um den Bus nach Tione zur Schule gerade noch zu erwischen.<BR /><BR />„Ich habe die ganze Szene im Rückspiegel gesehen“, berichtet er dem „L'Adige“ weiter. „Die Mädchen waren etwas verspätet und liefen den Abhang hinunter. Der Müllwagen war am Stoppschild stehengeblieben, um sie vorbeizulassen.“<h3> „Ich sah die Mädchen rennen“</h3>Wahrscheinlich ahnte er, dass die Schülerinnen trotz roter Ampel die Straße überqueren würden. „Ich sah sie rennen, nachdem sie die Busse bemerkt hatten. Hinter mir stand nämlich noch ein weiterer Bus. Dann hörte ich erneut das Hupen des Müllwagens.“ Doch der Betonmischer, der auf der Geraden unterwegs war, konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und erfasste das Mädchen.<BR /><BR />„Ich sah, wie der Fahrer des Müllwagens ausstieg, gefolgt von meinem Kollegen. Da war mir sofort klar, dass etwas Schreckliches passiert war.“ Inzwischen erlitt auch der Fahrer des Betonmischers, der sich nun wegen fahrlässiger Tötung verantworten muss, einen Schwächeanfall.<BR /><BR />„Die Schüler im Bus haben zunächst nichts mitbekommen, und wir fuhren weiter. Erst während der Fahrt trafen Nachrichten über den Unfall auf ihren Handys ein, und ich hörte, um wen es sich handelte. Ich kannte das Mädchen vom Sehen. Solche Dinge gehen einem sehr nahe – du siehst sie jeden Tag und siehst sie aufwachsen. Dieser Straßenabschnitt ist zudem nicht ungefährlich, da eine leichte Kurve die Sicht einschränkt.“<h3> Alle Bemühungen waren umsonst</h3>Wie berichtet, verstarb das Mädchen trotz des raschen Eingreifens der Einsatzkräfte von zwei Rettungswagen und des Hubschraubers mit dem Notarzt noch an der Unfallstelle.<BR /><BR />Der tragische Tod von Matilda Ferrari, ein großes Nachwuchstalent im Eiskunstlauf, hat die Gemeinde Giustino und das gesamte Rendenatal im Trentino erschüttert und sprachlos zurückgelassen.