Am 3. Juli 2022 ereignete sich an der Marmolata in den Dolomiten eine verheerende Eislawine. Ein riesiger Block aus Gletschereis und Fels brach in der Nähe der Punta Rocca ab und stürzte ins Tal. Dabei kamen 11 Bergsteiger ums Leben, 8 weitere Personen wurden verletzt <b> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/das-sagt-ein-ueberlebender-ich-hatte-keine-zeit-schmerzen-zu-empfinden" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(hier lesen Sie mehr dazu).</a></b><BR /><BR />Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlicht wurde und die damaligen Bedingungen rekonstruiert, unter denen es zum Kollaps des Gletschers kam. Beim Einsturz wurden elf Menschen getötet. <BR /><BR />Koordiniert wurde das Forschungsprojekt von Alberto Bellin (Universität Trient) und Carlo Baroni (Universität Pisa). Besonders hervorheben die Forschenden die innere Struktur des Gletschers: Analysen zeigen, dass weit verbreitete Bruchsysteme in den Bereichen nahe der späteren Bruchflächen die Festigkeit des Eises erheblich verminderten. <BR /><BR />Zusammen mit der komplexen inneren Beschaffenheit der Gletscherstruktur habe dies entscheidend zur Instabilität vor dem Kollaps beigetragen. Zum Zeitpunkt des Ereignisses habe sich der Gletscher in einem „kritischen Gleichgewicht“ befunden, heißt es weiter.<BR /><BR /> Der Temperaturanstieg im Eis wirkte dabei gemeinsam mit den vorhandenen Rissen und schwächte die mechanische Stabilität der gesamten Masse schrittweise. Zudem betont die Studie die Rolle des Schmelzwassers, das sich in einer Phase außergewöhnlich hoher Temperaturen gebildet hatte. Der erhöhte Wasserdruck an der Gletscherbasis habe die Anfälligkeit der Eismasse zusätzlich verstärkt.