Samstag, 09. November 2019

Todesfall Heuschreck: Kassation annulliert Urteil

Paukenschlag im Todesfall Alexander Heuschreck: Das Kassationsgericht hat am Freitag das Urteil gegen Ester Quici in zweiter Instanz annulliert, mit dem sie am Berufungsschwurgericht in Bozen zu 16 Jahren Haft wegen Mordes verurteilt worden war.

Ester Quici bleibt weiterhin auf freiem Fuß: Das Kassationsgericht in Rom hat ihr Hafturteil annulliert.
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Ester Quici bleibt weiterhin auf freiem Fuß: Das Kassationsgericht in Rom hat ihr Hafturteil annulliert. - Foto: © ki

Das Kassationsgericht zeigte sich mit der Einstufung der Straftat nicht einverstanden. Nun ist das Oberlandesgericht in Trient am Zug. Klar ist: Wegen Mordes kann Quici dort nicht mehr verurteilt werden.

Ester Quici bleibt damit auf freiem Fuß. „Mehr als die Annullierung des Urteils in zweiter Instanz konnten wir nicht erreichen“, zeigte sich Beniamino Migliucci, der Quici zusammen mit Enrico Lofoco verteidigt, am Freitagabend zufrieden. Nun werde man die Urteilsbegründung abwarten.

Quici war am 19. September 2018 vom Berufungsschwurgericht in Bozen wegen Mordes verurteilt worden – zu 16 Jahren Haft. Ihr war zur Last gelegt worden, Alexander Heuschreck am 21. März 2015 in der Wohnung in Bozen in der Freiheitsstraße, in die sie gerade eingezogen waren, getötet zu haben. In erster Instanz hatte das Schwurgericht in Bozen noch befunden, dass Quici der schweren Körperverletzung mit Todesfolge schuldig war – und verurteilte sie zu 14 Jahren Haft.

Die Autopsie hatte 2015 ergeben, dass Heuschreck 18 Stich- und Schnittwunden am Körper hatte, die ihm mit einem Küchenmesser mit 20 Zentimetern Länge zugefügt worden waren.

Das Berufungsschwurgericht war 2018 zum Schluss gekommen, dass Quici für alle Wunden verantwortlich sei. Quicis Verteidiger Migliucci und Lofoco sahen dies als unlogisch und widersprüchlich an. Auch nach detailliertem Gutachten sei nicht eindeutig belegt, dass Quici zugestochen habe.

hof