Samstag, 24. Juni 2017

Todesfall wegen Masern: "Herdenimmunität" fehlt

In Monza ist ein 6-jähriges Kind wegen Masern gestorben. Wie sich nun herausstellte jedoch nicht, weil der Bub von den Geschwistern angesteckt worden war. Dennoch bleibe das Problem das selbe: Und zwar, dass nach wie vor nicht alle geimpft sind. Eine "Herdenimmunität" fehle somit in Italien.

Eine flächendeckende Impfung könne Leben retten.
Eine flächendeckende Impfung könne Leben retten. - Foto: © shutterstock

Der 6 Jahre alte Bub befand sich bereits seit März zur Behandlung seiner Leukämie-Erkrankung im San-Gerardo-Krankenhaus in Monza. Am Donnerstag starb er wegen Masern. (STOL hat berichtet)

Wie der Primar des Krankenhauses von Monza, Andrea Biondi, nun gegenüber mehreren italienischen Medien mitteilte, waren es entgegen erster Vermutungen nicht die Geschwister, die den Bub angesteckt hatten. Den Virus habe er sich im Krankenhaus geholt. Die Geschwister hätten sich erst zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls infiziert. 

Das Problem sei aber nach wie vor die nicht flächendeckende Impfung in Italien. Es gebe in Italien leider keine so genannte Herdenimmunität, sprich, den Effekt, bei dem die durch Impfung erzeugte oder durch Infektion erworbene Immunität gegen einen Krankheitserreger innerhalb einer Population (der „Herde“) so verbreitet ist, dass in der Population auch nicht-immune Individuen geschützt sind, weil der Erreger sich nicht ausbreiten kann.

„Es sind die schwächsten und die Kleinkinder, die dann den Preis dafür bezahlen müssen,“ kritisiert der Primar. 

stol/am

stol