Wie schützt man sich und seine Mitmenschen vor dem Teufel im Glas?<BR /><BR />„Bei K.-o.-Tropfen handelt es sich meist um Substanzen aus der Tier- und Humanmedizin“, erklärt der Intensivmediziner Dr. Alex Zanvettor. Substanzen, die in der Notfallmedizin häufig Gebrauch fänden und als Vergewaltigungsdroge missbraucht würden – darunter etwa Benzodiazepine und Ketamin, beides sedierende Mittel. Weiters werden die Substanzen GHB und GBL missbraucht: „Unter Liquid Ecstasy bekannt, werden sie in geringen Mengen auch als Partydroge verwendet“, klärt Evelin Mahlknecht, Koordinatorin der Fachstelle Gesundheitsförderung und Suchtprävention im Forum Prävention, auf. Eine höhere Dosierung der genannten Substanzen lasse sie zu den berüchtigten K.-o.-Tropfen werden.<h3> „Potentiell tödlich“</h3>Bleibende Schäden hinterlassen die Betäubungsmittel bei einmaligem Konsum keine – zumindest nicht körperlich. „Die Unwissenheit darüber, was passiert ist, stellt allerdings ein dramatisches Erlebnis für das Opfer dar“, ist sich Mahlknecht sicher. Psychisch hinterlasse der unbewusste Konsum der Knock-out-Tropfen somit definitiv seine Spuren. Als wären Erlebnisse dieser Art nicht fatal genug, kann die Einnahme von K.-o.-Tropfen weitaus schlimmer enden: „Werden die Beruhigungsmittel zu hoch dosiert und in Verbindung mit Alkohol oder anderen Substanzen konsumiert, gelten sie als potenziell tödlich“, warnt Zanvettor.<h3> Test-Bänder nicht zuverlässig</h3>Betäubungsmittel im Getränk erkennen? Quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Was das Ganze noch tückischer macht, ist, dass die Substanz nicht nur geruchlos, sondern ebenso farblos ist. Werden die K.-o.-Tropfen nicht gerade Wasser beigemischt, verblasst deren leicht seifiger Geschmack in jenem des Getränks. <BR /><BR />Der Mythos von Armbändern, die als K.-o.-Tropfen-Test fungieren, ist weitum bekannt. Man gibt einen Tropfen seines Getränks auf das Armband. Verfärbt es sich, wurde dem Getränk etwas beigemischt. Bleibt dessen Farbe unverändert, ist das Getränk frei vom Gift. „Diese Bänder sind leider nicht zuverlässig, da sie nur auf gewisse Substanzen reagieren – sie verleihen einem ein verfälschtes Sicherheitsgefühl“, stellt Evelin Mahlknecht klar. <BR /><BR />Auch Dr. Alex Zanvettor rät von derartigen Tests ab. Die Polizei besitze zwar Streifen, die in K.-o.-Tropfen enthaltene Substanzen akkurat erfassen können, diese seien aber nicht im Handel, fügt der Intensivmediziner hinzu.<BR /><BR /><embed id="dtext86-61550334_quote" /><BR /><BR />Hat man die Tropfen einmal eingenommen, ist es bereits zu spät – die Wirkung lässt nicht lange auf sich warten. Jemandem, der K.-o.-Tropfen eingenommen hat, zu helfen, ist schwierig. Zu Beginn besteht nämlich kein Verdacht: Direkt nach Einnahme der Substanz dominieren Gefühle der Euphorie, die langsam in Schläfrigkeit übergehen und möglicherweise im Koma enden. Bekommt man auf irgend eine Art und Weise mit, dass eine Person Knock-out-Tropfen eingenommen hat, darf diese auf keinen Fall alleine gelassen werden. Kommt es gar bis zur Bewusstlosigkeit, gilt es umgehend den Notruf zu wählen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-61550009_quote" /><BR /><BR />Aber wie schützt man sich vor dem Teufel im Glas? Besteht überhaupt eine Möglichkeit, sich vor ihm zu schützen? „Es gibt wichtige Grundregeln, die man beachten sollte“, erklärt Mahlknecht. Zum einen stets auf das eigene Getränk aufzupassen. „Veranstalter einer Party und Lokalbetreiber könnten Getränke mit einem Deckel oder in verschließbaren Flaschen ausgeben“, ruft die Koordinatorin der Fachstelle Suchtprävention auf. Des Weiteren solle man keineswegs Getränke von anderen annehmen und stets in der eigenen Gruppe bleiben. „Gegenseitig aufeinander aufzupassen ist enorm wichtig“, bestätigt Dr. Zanvettor. „Außerdem gilt es, sich gut über das Thema K.-o.-Tropfen zu informieren.“ Dies gelte nicht nur für einen selbst, sondern genauso für Sicherheitskräfte, Barista und Co.