Samstag, 14. Mai 2016

Todesschütze versteigert Waffe – Gebot bei 65 Millionen Dollar

Riesenwirbel in den USA um eine Tatwaffe: In der Internetauktion der Pistole, mit der George Zimmerman den unbewaffneten Schwarzen Trayvon Martin getötet hat, sind am Freitag 65 Millionen Dollar (57,07 Mio. Euro) aufgerufen worden.

Das Startgebot für die Waffe vom Typ Kel-Tec PF-9 9mm lag bei 5.000 Dollar.
Das Startgebot für die Waffe vom Typ Kel-Tec PF-9 9mm lag bei 5.000 Dollar. - Foto: © APA

Allerdings ist die Auktion der Seite UnitedGunGroup.com vermutlich gehackt worden. Ein angeblicher und später gelöschter Käufer firmierte unter dem Namen „Racist McShootFace“.

Eine "amerikanische Ikone"

Zimmerman hatte am Donnerstag angekündigt, er fühle sich geehrt, eine „amerikanische Ikone“ zu verkaufen. Er hatte 2012 den 17-jährigen Martin in Florida erschossen und war dafür nicht belangt worden. Der Fall löste landesweite Proteste aus. Im Internet gab es einen Proteststurm gegen die Auktion. Sie wurde war gleichen Tags von der ursprünglichen Plattform gelöscht.

Für die Waffe vom Typ Kel-Tec PF-9 9mm gingen nach Angaben mehrerer US-Medien am Freitag einige tausend Angebote ein. Wie viele davon echt sind, war nicht zu überprüfen. Das Startgebot lag bei 5000 US-Dollar.

Fragwürdige Verwendung für Auktionserlös

Zimmerman sagte, er wolle das Geld einsetzen, um gegen „Gewalt der Bürgerrechtsbewegung Black Lives Matter (eine Organisation die gegen Polizeigewalt gegenüber Afroamerikanern kämpft, Anm.d.Red.) gegen die Justiz“ zu kämpfen. Auch wolle er sicherstellen, dass Hillary Clinton mit ihrer Anti-Waffen-Rhetorik keine Chance habe. Sein werbendes Angebot endet mit dem lateinischen Satz „Wenn Du Frieden willst, bereite Dich auf den Krieg vor.“

Am Freitagmittag (Ortszeit) lag das letzte Gebot bei 65,039 Millionen Dollar. Die Auktion läuft angeblich bis Dienstag.

apa/dpa

stol