Montag, 30. März 2020

Töchter können nicht Abschied nehmen

Eine Frau stirbt mit Covid-Verdacht und keine ihrer 3 Töchter kann bei der Beerdigung dabei sein, obwohl sie es möchten: Eine Tochter steht unter Quarantäne, die anderen Töchter leben in anderen Städten in Italien und dürfen nicht nach Südtirol kommen. „Was wir gewohnt sind, ist zurzeit nicht mehr möglich“, sagt die Landesleiterin der Notfallseelsorge, Marlene Kranebitter, in den „Dolomiten“ vom Montag.

Die Notfallseelsorge des Weißen Kreuzes ist auch in Coronavirus-Zeiten aktiv.
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Die Notfallseelsorge des Weißen Kreuzes ist auch in Coronavirus-Zeiten aktiv. - Foto: © Notfallseelsorge
„Die Bestattungsunternehmen sind sehr hilfreich und kreativ“, sagt Marlene Kranebitter: So bieten die Bestatter an, die Beisetzungszeremonie zu filmen und das Video den Angehörigen zukommen zu lassen.

Damit könne das Gefühl der Ausgeschlossenheit etwas gemildert werden.
„Man muss nun andere Wege und Möglichkeiten suchen“, meint Kranebitter. Auch für die Bestatter sei es oft hart: Sie dürfen verstorbene Covid-Patienten nicht „herrichten“, schön einkleiden und aufbahren, auch wenn es die Verwandten gern hätten.

Die Notfallseelsorge des Weißen Kreuzes ist nach wie vor aktiv, unterstreicht die Landesleiterin.

hof

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