Freitag, 04. Oktober 2019

Tödliche Messerattacke in Paris gibt Ermittlern Rätsel auf

Eine tödliche Messerattacke in der Pariser Polizeipräfektur mit insgesamt fünf Toten gibt weiter Rätsel auf.

Vier Todesopfer bei Messerangriff in Paris.
Vier Todesopfer bei Messerangriff in Paris. - Foto: © APA (AFP) / BERTRAND GUAY

„Wir haben keine Hinweise auf eine mögliche Radikalisierung des Täters“, sagte Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye am Freitag dem Sender FranceInfo. Sie reagierte damit auf Berichte, nach denen der Angreifer 2017 zum Islam konvertiert sei.

„Nur weil Sie ein Muslim sind, bedeutet das nicht, dass Sie ein Terrorist sind“, sagte Ndiaye.

Der 45 Jahre alte Mitarbeiter des Polizeihauptquartiers im Herzen von Paris hatte am Donnerstag vier Menschen mit einem Messer getötet und war dann erschossen worden (STOL hat berichtet).

Bei den Opfern soll es sich um drei Männer und eine Frau handeln. Der in dieser Form beispiellose Fall löste in Frankreich Entsetzen und Trauer aus. Staatschef Emmanuel Macron und Regierungsmitglieder waren am Donnerstag an den Tatort gekommen, um mit Mitarbeitern zu sprechen.

Ein terroristischer Hintergrund sei nicht ausgeschlossen, allerdings gebe es zu diesem Zeitpunkt der Ermittlungen keine Anhaltspunkte dafür, betonte Regierungssprecherin Ndiaye. Medien zufolge war der Hintergrund ein interner Konflikt innerhalb der Polizeibehörde.

Mutmaßlicher Täter war Polizei-Informatiker

Berichten zufolge war der 45-Jährige in der als sensibel geltenden Abteilung „Direction de renseignement“ der Polizeibehörde eingesetzt - in dieser Abteilung geht es unter anderem um den Kampf gegen Terrorbedrohungen. Er sei ein Informatiker in dieser Abteilung gewesen und habe seit 1993 bei der Polizei gearbeitet, sagte Loic Travers von der Polizeigewerkschaft Alliance dem Sender BFMTV. Er sei ein vorbildlicher Beamter gewesen, der von seinen Kollegen sehr geschätzt worden sei.

apa

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