<b>von Thomas Hörmann (tt.com)</b><BR /><BR />Am 26. Februar feierte sie ihren 13. Geburtstag, zwölf Tage später war sie tot. Die aus dem Oberland stammende Schülerin verlor ihr Leben in der Innsbrucker Drogenszene. In einer Wohnung im Stadtteil Wilten, in der fünf Tage zuvor ein etwa 18-jähriger Mann gestorben ist. Auch die 16-jährige Freundin der Schülerin wurde erst kürzlich beerdigt. Sie verlor am 28. Februar in einer Wohnung im Unterland ihr Leben. Die Ursachen: Bei allen drei jungen Menschen dürften Drogen im Spiel gewesen sein, vermuten Polizeibeamte. Ein endgültiges Ergebnis der toxikologischen Untersuchung liegt aber noch nicht vor.<h3> Sex für Drogen</h3>Zusätzlich alarmierend sind aber die Hintergründe für die tödliche Serie: Laut tt.com geht die Innsbrucker Polizei davon aus, dass alle drei Opfer Mitglieder derselben kriminellen Clique waren. Wie Klaus Kapelari, ärztlicher Leiter des Kompetenzzentrums Gewaltschutz, bestätigt, werden junge, teils noch strafunmündige Mädchen von älteren Burschen und Männern mit Suchtmitteln versorgt und so gezielt in ein Abhängigkeitsverhältnis gedrängt. „Zuerst erhalten die Opfer günstig Drogen, dann werden dafür einschlägige Fotos verlangt“, skizziert Kapelari die Vorgangsweise. Teils seien die verabreichten Suchtgift-Mengen so groß, dass die Mädchen das Bewusstsein verlieren.<BR /><BR />Wenn sich der steigende Drogenbedarf nicht mehr finanzieren lässt, müssen die Opfer mit sexuellen Gefälligkeiten bezahlen. Das ist auch polizeibekannt: Es werde wegen sexuellen Missbrauchs bis hin zur Vergewaltigung Unmündiger ermittelt, heißt es dort. Außerdem wollen die Kriminalbeamten klären, wer den beiden Mädchen die tödlichen Substanzen zur Verfügung gestellt hat. Sollte das Rätsel gelöst werden, droht den Dealern ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung. Im Visier der Polizei ist offenbar auch der Mieter der Wohnung in der Fritz-Pregl-Straße, in der die 13-Jährige und der junge Mann innerhalb von fünf Tagen ums Leben kamen.<h3> „Mädchen werden von der Gruppe ausgenutzt“</h3>Nach den Erkenntnissen von Kapelari „werden zahlreiche Mädchen von der Gruppe ausgenutzt“. Allerdings sei es schwierig, die Täter zur Verantwortung zu ziehen: „Die Polizei erhält von den Opfern kaum verwertbare Aussagen. Die ohnehin sehr verletzlichen Mädchen haben Angst, kein Suchtgift mehr zu erhalten. Außerdem werden sie auch bedroht.“ <BR /><BR />Der Ärztliche Leiter betont, dass mehrere Innsbrucker Einrichtungen, die mit Suchtgift bzw. Jugendlichen zu tun haben, an einem Strang ziehen und versuchen, das Leben der Betroffenen zu schützen. „Wir alle sind gut vernetzt und sehr engagiert.