Ertrinken gehört zu den häufigsten Todesursachen bei Kleinkindern. „Kinder ertrinken oft lautlos, sehr schnell und selbst in geringer Wassertiefe, etwa in Zierteichen oder Brunnen“, warnt der Primar. Entscheidend sei vor allem die Prävention: „Am wichtigsten ist die ungeteilte Aufsicht und dass man sich vor allem nicht durch das Smartphone ablenken lässt.“ Schwimmhilfen wie Schwimmflügel sowie frühzeitiger Schwimmunterricht können Badeunfälle ebenfalls verhindern.<h3> Schnelles Handeln entscheidend</h3>Kommt es dennoch zu einer Notsituation, ist richtiges und besonders schnelles Handeln entscheidend. Wie Kaufmann erklärt, sollte man zunächst auf den Eigenschutz achten, um sich selbst nicht in Gefahr zu bringen. Anschließend muss das Kind rasch aus dem Wasser geborgen werden. Sofort danach gilt es, den Notruf 112 abzusetzen. In Südtirol leitet die Landesnotrufzentrale Rettungs- und Notarztdienste ein und kann Ersthelfer telefonisch anleiten – inklusive Wiederbelebungsmaßnahmen, bis der Notarzt eintrifft.<h3> Nicht zu Handeln ist größter Fehler</h3>Hat das Kind Atmung und Kreislauf, sollte es in die stabile Seitenlage gebracht werden, bis professionelle Hilfe eintrifft. Fehlen diese Lebenszeichen, muss unverzüglich mit der Wiederbelebung begonnen werden. „Ideal sind zunächst fünf Beatmungen, gefolgt von einer Herzdruckmassage im üblichen Wechsel 30:2“, erklärt Kaufmann. Viele hätten Angst, etwas falsch zu machen. Doch der größte Fehler sei es, gar nicht zu handeln.<BR /><BR />Der tragische Unfall von Graun ist ein eindringlicher Weckruf. Der kleine Moritz konnte leider nicht gerettet werden, und sein Tod zeigt schmerzlich, wie schnell ein Moment im Schwimmbad lebensbedrohlich werden kann. Gleichzeitig macht er deutlich, wie wichtig Wissen über Notfallmaßnahmen ist. Wer mit Kindern am Wasser ist, sollte vorbereitet sein, denn schnelle, entschlossene Hilfe kann den entscheidenden Unterschied machen und Leben retten.